Hier soll es um die Stellen gehen, an denen eigentlich Tempo 30 nach Straßenverkerhsordnung angeordnet werden müsste. Dazu gehört auch der Kreisel.

Nach der VwV-StVO „Zu Zeichen 274 Zulässige Höchstgeschwindigkeit“ muss bei „Kindergärten, -tagesstätten, -krippen, -horten, allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen für geistig oder körperlich behinderte Menschen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern“ Tempo 30 angeordnet werden. Es sind dies in Königstein:

1. Einrichtungen in fußläufiger Entfernung zum Kreisel (querende Personen, "Pulkbildung")

  • Seniorenheim Kursana, Bischof-Kaller-Straße 1
  • Kids Camp Bilinguale Grundschule, Bischof-Kaller-Straße
  • Bischof-Neumann-Schule (Gymnasium mit Sportplatz und Sporthalle), Bischof-Kindermann-Str. 11
  • Friedrich-Stolze-Schule (Realschule), Falkensteiner Str. 24
  • Taunusschule (Gymnasium), Falkensteiner Str. 24
  • Sportplatz bzw. Sporthallen, Falkensteiner Str. 24

2. Weitere Einrichtungen mit vielen Personen in fußläufiger Entfernung zum Kreisel:

  • Ärztezentrum, Bischof-Kaller-Str. 1A
  • Haus der Begegnung mit Kunstateliers, Bischof-Kaller-Str. 3
  • Tennisclub, Falkensteiner Straße 28a
  • Sportpark, Falkensteiner Str. 28
  • Tanzschule Kratz, Sodener Str. 6

3. Weitere Einrichtungen mit ähnlichem Besucheraufkommen in Königstein, deren Straßen bislang ebenfalls nicht auf 30 km/h beschränkt sind:

  • Klinik der KVB, Sodener Str. 43
  • Grundschule Königstein mit Sporthalle, Jahnstr. 1
  • Kunstwerkstadt, Falkensteiner Str. 6a

Vorteile für den Stau am Kreisel

Am Kreisel ist im Berufsverkehr regelmäßig Stau, mindestens 500 m, oft bis 900 m in der Le-Cannet-Rocheville-Straße und in der Sodener Straße (vergleichbare Staulängen).

Ursachen:

  1. Durch den zweistreifigen Ausbau des Kreisels wird meist nur die äußere Spur benutzt. Fahrer befürchten, dass sie, wenn sie die innere Spur nutzen, den Kreisel nicht mehr verlassen können, weil das rechts Überholen innerorts ja erlaubt ist.
  2. Hohes Verkehrsaufkommen
  3. Ampel für die Fußgänger der Taunusschule und Friedrich-Stoltze-Schule
  4. Sperrung der zweiten Einfädelspur in den Kreisel in der Le-Cannet-Rocheville-Straße (Anwohnerklagen für besseren Lärmschutz)
  5. Hohe Geschwindigkeit im Kreisel. Eigene Versuche haben ergeben, dass bei einer Geschwindigkeit > 30 km/h keine Autos vor dem im Kreisel von links ankommenden Auto in den Kreisel wechseln. Bei Geschwindigkeiten < 30 km/h (am besten < 28 km/h) steigt die Zahl der einfahrenden Autos auf bis zu zwei Stück.
  6. Die Fahrer geben im Kreisel, also nach Verlassen des Staus (wie üblich), Gas. Dies reduziert jedoch das Einfädeln in den Kreisel und reduziert damit die Kapazität des Kreisels, erhöht also die Wartezeit an den anderen Einfahrten.

Vorteile einer 30er Regelung in der Le-Cannet-Rocheville-Straße (bis Adelheidstraße) und im Kreisel:

  1. Besserer Lärmschutz für die Anwohner. Diese wären angeblich bereit, dann die Öffnung der zweiten Spur nicht mehr weiter gerichtlich untersagen zu lassen; die Sperrung könnte aufgehoben werden.
  2. Besseres Einfädeln in den Kreisel. Nach dem Fundamentaldiagramm ist zwar der größte Verkehrsdurchsatz bei 80 km/h. Allerdings stellt der Kreisel, auch wegen der Ampelschaltungen, ein Hindernis, sozusagen einen „ortsfesten Stau“ dar. Staus lösen sich aber bei Geschwindigkeiten von 30 km/h erfahrungsgemäß und auch laut Fundamentaldiagramm am schnellsten auf.
  3. Und natürlich weitere Vorteile: z.B. weniger Schadstoffe, sauberere Luft für alle Passanten
  4. Wenn sich das Vorgehen mit Tempo 30 positiv auf den Stau auswirkt, könnte darüber nachgedacht werden, die Wartezeit für die Fußgänger zu verkürzen.

Anmerkung zur Sodener Straße (B8) bzw. dem dort geplanten Baugebiet „Am Hardtberg“ (K69)

An der Straßeneinmündung in das neue Baugebiet soll eine Ampel oder zumindest eine Abbiegespur eingerichtet werden. Aktuell besteht immer wieder das Problem, dass das dortige Autohaus Fahrzeug-Lieferungen per Autotransporter bekommt. Dieser Transporter hält/parkt für meist mehr als 5 Min. am Autohaus auf der Straße (teilweise auch bei der Zweigstelle des Autohauses im Halteverbot auf der Wiesbadener Straße südlich der Abzweigung zur Bischof-Kaller-Straße vor der südlichen Bushaltestelle Bischof-Kaller-Straße). Auf dem Gelände wäre Platz vorhanden, es fehlt aber eine entsprechende Zufahrtsmöglichkeit.

Durch diesen Autotransporter staut sich der Verkehr sehr schnell, bei Halten auf der westlichen Seite sogar bis in den Kreisel zurück.

Auf dem aktuellen Bebauungsplan der zweiten Offenlage ist kein Aufstellbereich für einen Autotransporter erkennbar.

Frage: Ist hier ein Halteverbot machbar und kann nicht auf dem Bebauungsplan eine entsprechende Aufstellfläche in Form einer Parkbucht an der Sodener Straße (für Lieferverkehr) auf der östlichen Seite eingerichtet werden?