Schleichverkehr in der Innenstadt

Es gab einmal einen Satz, der lautete "Freie Fahrt für freie Bürger!". Der stammte vom ADAC, 1973 und hatte eine Austrittswelle zur Folge. Trotzdem erreichte er sein Ziel: Richtgeschwindigkeit von 130 km/h statt 100 km/h auf den Autobahnen.

Wenn man sich heute die Autofahrer so am Kreisel und in der Innenstadt ansieht  und den Verkehr in anderen Städten Deutschlands kennt  muss man schon ob der allgemein vorherrschenden Rücksichtslosigkeit erschrecken. Jemanden vorlassen? Ja, woher denn, da komme ich ja zu spät.

Trotzdem wird über den Verkehr in der Innenstadt, insbesondere den Schleichverkehr gestöhnt. Nun zählen wir einmal alle Punkte auf, die den Verkehr in der Innenstadt erhöhen:

  • REWE und Aldi (Meine Meinung. Wer einen Großeinkauf macht, geht nicht bummeln. Wer Bummeln will, ist froh über möglichst wenige Autos. Das ist das Erfolgsrezept aller Fußgängerzonen, und ja, auch der Einkaufszentren.)
  • Öffnung der Adelheidstraße für beide Richtungen (sie war vorher Einbahnstraße Richtung B8)
  • Kreuzung Adelheidstraße/Frankfurter Straße. Leider hat die Adelheidstraße Vorfahrt.
  • Die Klosterstraße ist ein Problem. Sie ist die einzige Straße, die den hinteren Teil mit dem vorderen Teil von Königstein verbindet. Das bedeutet, dass sie immer, egal in welche Richtung sie geöffnet ist, für Abkürzungen einlädt.
  • Die Wiesbadener Straße. Dadurch, dass sie im oberen Teil Einbahnstraße ist, kann sie prima als Abkürzung zusammen mit der Adelheidstraße von Glashütten Richtung Wiesbaden genutzt werden.

Und nun wollen wir einmal überlegen, wo welche Autos eigentlich fahren sollten:

  • Autos, die über den Ölmühlweg kommen oder abfahren, sollen die B8 benutzen.
  • Autos von oder nach Glashütten sollen die B8 benutzen.
  • Autos von oder nach Wiesbaden/Schneidhain sollen die B455 benutzen.
  • Autos vom hinteren in den vorderen Teil der Stadtmitte sollen die B8 benutzen.

Kurz: Überörtlicher Verkehr bleibt auf der B8 und der B455. Nur Verkehr, der in die Stadtmitte will, soll hineinfahren dürfen.

Auf welcher Straße kommt man dann aber noch in die Stadtmitte? Eigentlich am sinnvollsten nur über die Frankfurter Straße, da lle anderen Einfahrten als Schleichwege mißbraucht werden können.

Welche Haupt-Schleichwege gibt es eigentlich?

Von nach:

  1. Glashütten/Ölmühlweg  Wiesbaden/Schneidhain/Hofheim/Kelkheim über die Adelheidstraße, Wiesbadener Straße.
  2. Glashütten/Ölmühlweg  Kronberg/Bad Homburg über Adelheidstraße, Wiesbadener Straße, Bischof-Kaller-Straße, Kreisel (Tatsache, mehrfach beobachtet!)
  3. Wiesbaden/Schneidhain/Hofheim/Kelkheim  Glashütten/Ölmühlweg über Wiesbadener Straße, Stresemannstraße, Frankfurter Straße, Adelheidstraße und dann zur B8 oder weiter über Klosterstraße und dann Limburger Straße oder Herzog-Adolph-Straße.
  4. Bad Homburg/Kronberg  Glashütten/Ölmühlweg über Falkensteiner Stock, Falkensteiner Straße, Frankfurter Straße, Adelheidstraße und dann weiter wie 3.

Und wie erreiche ich das nun alles?

Ich bin kein Verkehrsexperte, trotzdem denke ich mir, dass ein paar grundsätzliche Überlegungen sicherlich nicht verkehrt sein dürften:

  • Die Durchfahrt von Glashütten/Ölmühlweg nach Wiesbaden muss verhindert bzw. erschwert werden.
  • Die Durchfahrt von der B8 an der Adelheidstraße zum Ölmühlweg muss verhindert bzw. erschwert werden.
  • Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und auch die Durchfahrt von Falkenstein durch die Innenstadt zur B8 über die Adelheidstraße verbieten bzw. erschweren.

Welche Möglichkeiten hätten wir denn dafür?

  • Adelheidstraße: Gegenläufig von der Frankfurter Straße bis zur Klosterstraße, keine Durchfahrt zur B8, nur Linksabbiegen möglich. Von der B8 nur bis zur Klosterstraße (REWE) befahrbar. (Verhindert also Schleichwege 1. und 2.) Königsteiner, die aus den Ortsteilen in die Innenstadt wollen, fahren also über die Frankfurter Straße hinein und hinaus.
  • Frankfurter Straße: Bleibt wie sie ist, sie mündet allerdings auf dem Parkplatz und sie hat Vorfahrt gegenüber der Adelheidstraße. (Behindert Schleichweg 1. und 2.)
  • Klosterstraße: Bergauf ab der Georg-Pingler-Straße gegenläufiger Verkehr. Linksabbiegen und Rechtsabbiegen auf die Adelheidstraße mit Vorfahrt möglich. Bergab ab der Georg-Pingler-Straße Einbahnstraße, nur Rechtsabbiegen auf die Limburger Straße erlaubt. Wer also zum Rathaus will, muss über die B8 und die Herzog-Adolph-Straße/Kirchstraße fahren. (Behindert Schleichweg 1., 2. und 3. und 4.) Es bleibt aber dadurch möglich, zum Aldi und Rewe zu fahren, ohne nachher durch die Innenstadt zu müssen. Wer von dort in die Innenstadt will, läuft zu Fuß oder fährt über den Kreisel. Eher die wenigsten werden das tun, denn wer Beosrgungen und Einkäufe verbinden will kann auch die Besorgungen vor den Einkäufen erledigen.
  • Wiesbadener Straße: wird bergauf wieder geöffnet. Man darf aber von der Frankfurter Straße (Richtung Kreisel fahrend) nicht nach links in die Adelheidstraße abbiegen. (Behindert Schleichweg 1., 2. und 3. durch Linksabbiegeverbot) Wäre allerdings doof für die, die dann noch nach den Besorgungen zum Einkaufen fahren wollen, das ist ein Problem. Eventuell wäre eine Ausfahrt vom Parkplatz in die Georg-Pingler Straße Richtung Klosterstraße möglich. Die Georg-Pingler-Straße könnte ja auch Straßenraum ohne Verkehrsschilder sein, Gleichberechtigung für Autos und Fußgänger, gegenseitige Rücksichtnahme wäre notwendig. Das könnte in Königstein schwierig sein.
  • Friedrich-Ebert-Straße und Stresemannstraße: Gegenläufiger Verkehr mit wenigen Ausweichstellen. (Etwa so wie im Hainerbergweg und anderen Straßen, die tatsächlich nur zwei Autobreiten breit sind (ein parkendes Auto, ein fahrendes Auto). (Behindert Schleichweg 3.)
  • Zusätzlich erhalten alle innerstädtischen Straßen Tempo 30. Das behindert alle Schleichwege, denn die Leute wollen ja schnell wohin und abkürzen.

Um Gotteswillen! Da bricht doch der ganze Verkehr in der Stadt zusammen!

Ja, das ist richtig. Solange, bis alle gelernt haben, dass sie durch die Stadt länger brauchen als über den Kreisel. Nur so geht es. (Zum Kreisel und den Verbesserungsmöglichkeiten dort siehe Staus am Kreisel.

Das Ziel ist es also, dem überörtlichen Verkehr die Durchfahrt durch Königstein möglichst zu erschweren, sodass nur noch die dort fahren, die da auch hinwollen. Für alle anderen wird der Weg über den Kreisel wieder attraktiver.