Tipps für richtiges Verhalten bei Staus am Kreisel.

Ich möchte hier nicht das Lied derer singen, die sich darüber beklagen, warum es immer soviel Stau auf der B8 hin zum Königsteiner Kreisel hat. Ich möchte stattdessen Wege aufzeigen, wie diese Staus auf einfache und leichte Art vermindert werden können. Sie basieren ALLE auf der Erkenntnis, dass die Größe des Kreisels ausreichend ist, aber seine Kapazität gerade in Stauzeiten nicht ausgenutzt wird.

Vernünftige beachten daher folgende Tipps:

  • langsam fahren im Kreisel – am besten knapp unter 30 km/h
  • die innere Spur benutzen
  • nicht rechts überholen
  • konstante Geschwindigkeiten bei den Zufahrten zum Kreisel, am besten kaum bremsen und durch wechselnde Abstände etwas niedrigere, aber gleichmäßige Geschwindigkeit halten

Warum? Hier folgen die Erklärungen dazu.

1. Überlegen Sie einmal: Sie stehen direkt vor dem Kreisel und wollen einfahren. Wann trauen Sie sich? Wann nicht mehr? Meistens liegt es daran, dass auf der äußeren und/oder inneren Spur ein Wagen angeschossen kommt. Die Geschwindigkeit des anderen Wagens, bei der Sie noch einfahren, ist natürlich abhängig von Ihrem Autofahrer-Naturell, im Allgemeinen dürfte die Grenze aber bei ca. 29 km/h liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben übrigens ergeben, dass das Maximum an Autos pro Strecke bei ca. 80 km/h liegt, da dann am meisten Autos pro Zeiteinheit über eine Strecke passen. Diese Erkenntnis ist so universell, dass es für diesen Zusammenhang einen wissenschaftlichen Namen gibt: Das Fundamentaldiagramm (Wikipedia). Leider ist aber 80 km/h im Kreisel nicht fahrbar, weil man beim Einfahren fast immer anhalten muss. Damit sind wir bei Staus. Der Kreisel ist im Prinzip ein ortsfester Stau. Und Staus lösen sich bei etwa 28 km/h am schnellsten auf, weil hier die Reaktionsgeschwindigkeit und die Abstände der Autos effektiv zusammen passen. 
Probieren Sie es aus – fahren Sie doch einfach mal spaßeshalber eine zusätzliche Runde mit 28 km/h und beobachten Sie dabei die Leute an den Zufahrten VOR Ihnen! Und dann gleich noch eine Runde mit Ihrer bevorzugten Geschwindigkeit hinterher! Was ist der Unterschied?!

2. Die innere Spur benutzen, denn das erhöht die Kapazität des Kreisels. Nur: wenige trauen sich dorthin – leider. Denn viele haben schon schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie rechts überholt werden und dann nicht mehr "raus" kommen. Das führt uns zu Punkt 3:

3. Nicht rechts überholen, auch wenn es innerorts erlaubt ist. Behandeln Sie Ihren Autonachbarn genauso, wie Sie selbst behandelt werden wollen – überholen Sie ihn nicht rechts.

4. Konstante Geschwindigkeit ist das A und O, um Staus zu vermeiden. Wer stark auffährt und bremst, produziert HINTER sich einen Stau! Dazu hat einmal der ADAC mehrere Studenten im Kreis fahren lassen, es waren um die 20. Die ersten 15 Minuten fuhren sich recht gleichmäßig im Kreis bei relativ gleichbleibenden Abständen. Nach ca. 15 Minuten machte der erste einen Fehler, indem er zu dicht auffuhr oder zu langsam wurde und der nachfolgende träumte und damit zu dicht auffuhr. Dieser bremst dadurch ab. Der nächste fuhr dadurch noch stärker auf und bremste noch stärker ab. Der dritte oder vierte stand dann schließlich. Es bildete sich ein Stau, der rückwärts durch den Kreis lief.

Übertragen auf die Kreiselzufahrten bedeutet das: Halten Sie die Geschwindigkeit konstant, damit keiner Ihretwegen anhalten muss. Fahren Sie an den Ampeln möglichst gleichzeitig mit dem Vordermann los.

Die zweite Spur in der Ausfahrt nach Frankfurt

Bitte nicht vorher auf die rechte Spur wechseln – Sie machen es den Leuten aus Wiesbaden kommend enorm schwer, in den Kreisel zu fahren bzw. nach Frnakfurt abzubiegen. Nach der Ausfahrt haben Sie noch genügend Zeit, die Spur zu wechseln, Sie fahren nicht automatisch nach Mammolshain.

Ich hoffe, die Stadt oder das Straßenverkehrsamt hat hier bald ein Einsehen und macht einen durchgezogenen Strich, sodass man nicht mehr von links nach rechts wechseln kann.

Fazit

Geben Sie im Kreisel 20 Sekunden Zeit aus, geben Sie in den Zufahrten nochmal etwas Zeit aus und Sie sparen sich – wenn alle es machen – locker mehrere Minuten, wenn sich der Stau merklich verkürzt oder gar entfällt.

Warum soll ich das tun, die anderen machen es doch auch nicht? Mit Egoismus zementieren Sie die Probleme am Kreisel. Gehen Sie mit gutem Vorbild voran, dann haben Sie sich selbst wengistens nichts vorzuwerfen!