Das HdB – ein Fass oder eine Goldgrube?

Das HdB – Sorgenkind der Nation könnte man meinen. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen und die Sanierung wird immer teurer. Langsam ist ein Ende in Sicht, aber was hat es uns gebracht, was hätte anders laufen müssen?

Ohne hier an dieser Stelle weiter darauf eingehen zu wollen, sei auch ein aktuelles Urteil vom EuGH zur europaweiten Ausscheibung erwähnt. Siehe dazu unter Rechtliches vom Sportplatz Schneidhain.

Nach der Sanierung gibt es nun über 1.100 m² Veranstaltungsfläche, ungefähr das, was es vorher auch gab. Allerdings kamen nun noch diverse Räumlichkeiten im Untergeschoss dazu, sodass sich die effektiv für Bürger nutzbare Fläche deutlich erhöht haben dürfte.

Hier geht es zur offiziellen Website, zu den aktuellen Daten.

Grundlagen, von denen man vor der Sanierung ausging.

Erwartete Raumgrößen nach der Sanierung.

Großer Saal: 650 m², 650 Sitzplätze (Konzert), 300 Sitzplätze (Parlam.)
Foyer: 250 – 300 m²
Getränkemarkt: KG – fest vermietet
Hardtbergsaal: EG – 155 m², 300 Sitzplätze (Konzert), 100 Sitzplätze (Parlam.)
Rombergsaal: OG – 155 m², 300 Sitzplätze (Konzert), 100 Sitzplätze (Parlam.)
Vereinsräume: KG – 3 x 40 m², 1 x 130 m²
Lager: 3 KG-Räume + Dachboden, Insg. ca. 80 m² + 70 m²
Bühnenräume: 3 KG-Räume, ca. 100 m²
Atelierräume: EG – fest vermietet

Was gibt es sonst in der Umgebung.

Kempinski: 300/120/60/3 x 45/30 m²
KTC: 300, 32 x 12-90, 5 x 40-60 Personen
Rothschild: 70, 65, 2 x 20 Personen
Villa Borgnis: 65 m² und 2 x 38 m² + Café-Restaurantflächen

Geplante Finanzierung.

5,9 Mio. € gesamt

Säule 1: 3 Mio. Verkauf Sportplatz
Säule 2: 1,8 Mio. KFW-Kredit
Säule 3: 1,2 Mio. Bankfinanzierung (Bürgerbeteiligung) – AUSGEFALLEN! –

Bürgerfonds HdB:

Bank nötig
In der Größe zu klein
EnergyContracting ist angedacht, Umbaukosten dafür sind aber mit KFW-Kredit abgedeckt

Bürgerfonds „Denkmäler Königsteins“

angedacht
hier drin alle Denkmäler Königsteins
Abschreibungen hierfür für Bürger möglich
Richtige Fondsgröße (> 2 Mio.)

– AUSGEFALLEN! –

Zum Thema Bürgerfonds siehe hier: Bürgerbeteiligung und Bürgerfonds

Erhofftes Potenzial nach Fertigstellung.

Ca. 500.000,- € Einnahmen pro Jahr möglich laut Nutzungskonzept
Energieeinsparung: 1/6 Energieverbrauch, 10 % CO2-Ausstoß
Energiekosten bislang: 150.000,- € (inklusive Energieverbrauch Bettentrakt!)

Ausgaben:
-30.000,- Energiekosten
-144.000,- bis 72.000,- Personalkosten (4 Personen)

Einnahmen: 200.000,- bis 500.000,-

Gewinn (geschätzt): 26.000,- bis 398.000,-

Green Building Award (Programm der EU)
DENA Sieger (für die Planung in der Kategorie Sanierungen)

Alleinstellungsmerkmale.

Repräsentativ
Sehr gute Lichtverhältnisse
Gute Verkehrsanbindung
Optimale Raumgrößen
Überregionale Wirkung durch Nachhaltigkeit und Energieeinsparung
Günstig in hochpreisigem Umfeld
Denkmal

Notwendig:

Imageverbesserung
Mittelklassehotel in Königstein wäre wünschenswert
– Nutzung des Pater-Werenfried-Parkplatze sollte inbegriffen oder zumindest zubuchbar sein.

Was sonst noch eine Rolle spielte.

Das HdB ist ein Denkmal.
Es ist ein wirklich schönes Gebäude.
Es füllt durch seine räumlichen Möglichkeiten eine Lücke in der Gegend.
Es ist der Projektentwickler Drees & Sommer engagiert, der die Kosten im Rahmen halten soll.
Das Projekt leiten wird Arnd Steffen von der Architektengruppe werk.um, ein renommiertes Unternehmen.
Es wurden Untersuchungen über die Bausubstanz durchgeführt, die versichern, dass die Kosten im Rahmen bleiben werden.
Es gibt ein Bürgerbegehren für den Erhalt des HdB.

Und nun? Was hätte man besser machen können?

Tatsache ist, dass die Kosten sich inzwischen fast verdoppelt haben, und das obwohl an einigen Stellen auch gespart wurde. Kolportiert wird, dass Bauunternehmer gerne mit Königstein Geschäfte machen würden, aus zweierlei Gründen: Die bezahlen auch überhöhte Rechnungen und man gewinnt noch ein zweites Mal man muss nicht schmieren.

Was übrigens für das Anti-Korruptionsverhalten der Stadt spricht!

Aber:

Hätte man nicht den Projektentwickler und/oder den Architekten mit ins Boot holen können? Also z.B. "bleiben die Kosten im Rahmen gibt es x-Tausend € on top" oder "x % der Mehrkosten werden von den Honoraren wieder abgezogen"? Oder man hätte auch Vertragsstrafen vereinbaren können... oder, oder, oder...

Wie kann es sein, dass ein Gutachten, das selbst nur 50.000,- € gekostet hat, für eine Bausumme von über 5 Mio. € garantieren können soll?

Die alte Binsenweisheit, dass öffentliche Projekte immer schöngerechnet werden, hat sich mal wieder bewahrheitet. Und die Politiker sind – mal wieder – drauf reingefallen. Wobei man hier ehrlicherweise anmerken muss, dass sie keinen Grund hatten, zu zweifeln, es waren ja Drees & Sommer engagiert...

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