Leserbriefe.

Viele werden schon den einen oder anderen Leserbrief von mir gelesen haben. Hier nochmal alle in chronologisch absteigender Folge. Sofern der Leserbrief gedruckt wurde, steht auch die Zeitung dabei, das Datum ist dann das Veröffentlichungsdatum. Außerdem stehen hier auch die Leserbriefe, auf die ich mich beziehe, bzw. mit denen mir geantwortet wurde.

20.12.2012: Bürgernähe und Bürgerinformation – nicht in Königstein?

Ein Instrument, das wissentlich die Nicht-Information der betroffenen Bürger in Kauf nimmt, wenn nicht sogar erhofft, taugt nicht als bürgernahe Informationsquelle. Hand aufs Herz: Wer hat die Bekanntmachung der zweiten Offenlegung der Bebauungspläne zum Sportplatz in Schneidhain (vom 19.11. bis 21.12.12) am 9.11.12 in der Taunus Zeitung gesehen? Ich nicht, und ich nehme mir die Zeit, die Zeitung zu lesen, jeden Tag! Schade, dass die Verwaltung diese wichtige Information nicht für wert hielt, sie auch in der Königsteiner Woche zu veröffentlichen. Unter Bürgernähe verstehe ich etwas anderes und inklusiv ist ein solches Vorgehen auch nicht, denn es schließt all jene aus, die sich eine, eine zweite, oder diese Zeitung nicht leisten können, oder schlicht nicht die Zeit haben, regelmäßig die ganze (!) Zeitung, jede einzelne Seite (!), aufmerksam zu studieren, weil sie vielleicht arbeiten müssen… Dem Gesetze ist damit wohl Genüge getan worden, allein die Bürger fühlen sich – mal wieder – von der Politik übergangen...

----

Der Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Von der KöWo bekam ich eine Entschuldigung, die Mitteilung sei leider verloren gegangen.

16.12.2012: Opel-Zoo – altbekannte Salamitaktik im Gewand der kompromissorientierten Mediation

Streiten sich zwei, treffen sich und handeln einen Kompromiss aus, nachdem der erste schon viel Unrechtes (Schwarzbauten) getan hatte. Illegales wird nachträglich legalisiert.

Allein, dem einen reicht das nicht. Und das Spiel geht von vorne los: Streiten sich zwei, treffen sich und handeln einen Kompromiss aus, dem ersten werden Privilegien gewährt und Auflagen gemacht. Die Privilegien werden genutzt, die Auflagen nicht umgesetzt.

Allein, dem ersten reicht es noch immer nicht, und das Spiel geht wieder von vorne los: Streiten sich zwei, treffen sich und handeln einen Kompromiss aus mit Namen Beschlussfassung über Änderung der Bebauungspläne zum Opel-Zoo – will die Mehrheit der Bevölkerung, d.h. wir, das wirklich? Muss das wirklich sein?

Nun, der zweite könnte aber auch so argumentieren: Der Opel-Zoo soll eine Kläranlage für das Oberflächenwasser bauen oder es nicht mehr in den Rentbach einleiten, die Parkplatzerweiterungen auf den Naturschutzwiesen nicht mehr nutzen dürfen, die Wege, die nicht zum neuen Elefantenhaus führen, sofort rückbauen, Königstein sorgt für rigoroses Abschleppen der Falschparker, beide Städte zwingen zur Umsetzung der Brücken und Drehkreuze – dem Opel-Zoo würde all das mehr als nur sehr schaden.

Ich mag den Zoo und ich unterstütze ihn, indem ich ihn statt eines anderen besuche. Noch häufiger gehe ich aber spazieren und die ewig gleichen Einblicke in den Opel-Zoo wiegen für mich nicht den Lärm und das Gedränge auf dem Philosophenweg auf. Ich sehe auch nicht die Menschenmassen, die weit anreisen, nur um den Philosophenweg zu benutzen und damit den Opel-Zoo an den Rand des Ruins bringen. Wer die Anreise auf sich nimmt, der zahlt auch, denn er will alles sehen. Die Blickmöglichkeiten der Anwohner von Königstein und Kronberg sind für mich der soziale Ausgleich für die meist nicht ökologisch sinnvolle Nutzung der angrenzenden Wiesen als Parkplatzerweiterung und die Beeinträchtigung des Rentbachs durch – natürlicherweise – verschmutztes Oberflächenwasser.

Das ist für mich ein fairer Kompromiss!

9.3.2012: Fairness, Politiker-Allüren und Wahlbeteiligung

Auch ich habe am letzten Montag vor einer Woche die Ortsbeiratssitzung in Schneidhain aufmerksam verfolgt. Insbesondere der Antrag der ALK, den Ortsvorsteher Bach bitte auf seine Pflichten hinzuweisen, erregte einige Gemüter. Unabhängig davon, ob dieser Antrag nun zuviel Unruhe machte oder gerechtfertigt war oder Herr Bach nun direkten Kontakt zu Ten Brinke hatte oder nicht, ob die neuen Zahlen von einer Interessengemeinschaft nun kamen, ob sie geprüft waren oder nicht: Es stand zum Schluss trotzdem fest, dass Herr Bach bereits am 10. Januar Informationen über neue Pläne von Ten Brinke zur Sportplatzbebauung in Schneidhain hatte. Auf der Podiumsdiskussion der Taunus Zeitung am 9. Januar mit den Bürgermeisterkandidaten hat Herr Bach, sich vorstellend als Ortsbeiratsvorsteher, sie auch als Fakt hingestellt. Ob er nun am 16. Januar daraufhin die Ortsbeiratssitzung zu Recht absagte oder nicht, will ich nicht beurteilen. Ich finde es aber schon bedenklich, wenn bei (ehrenamtlichen) Politikern, bei denen ich Engagement voraussetzte, so wenig Fairness vorhanden ist, dass sie nicht willens sind, Informationen weiterzugeben: Ob offiziell per Ortsbeiratssitzung oder inoffiziell per Telefon, ist da egal. Sicherlich, müssen muss Herr Bach gar nichts, nett wäre es aber gewesen. Fair und selbstverständlich finde ich die Information des politischen Gegners. Aber es stand schließlich die Bürgermeisterwahl vor der Tür, da war eine gezielte Informationspolitik sicherlich wichtiger und dem Machtkalkül zuträglicher. Erwartet hatte ich Montagabend trotzdem eine sachliche Diskussion darüber, netterweise auch eine Proforma-Entschuldigung, und gut wäre es gewesen, wahrscheinlich wäre in einem solchen Fall der Antrag auch zurückgezogen worden.

Was dann aber folgte, hat mich doch sehr enttäuscht: Es wurde der Begriff „Rechtsanwalt“ genannt und es fielen Sätze in einem Ton, den man erwachsenen Menschen gegenüber nicht benutzen sollte, z.B. „seien Sie still, Frau …“ und „wenn ich rede, haben Sie zuzuhören“ und „das ist so ein Geschwafel“ (zu einem Magistratsmitglied). Ein solcher Ton und solche Sätze gehören sich einfach nicht. Am schlimmsten fand ich, dass diese Sätze ausgerechnet vom Ortsvorsteher selbst kamen, auch wenn er sich von dem Antrag der ALK vielleicht zu Recht auf den Schlips getreten fühlte.

Dazu fällt mir nur noch die geringe Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl ein. Ob deren Ergebnis, obwohl demokratisch, zumindest in Bezug zum Schneidhainer Sportplatzprojekt tatsächlich aussagekräftig und belastbar ist, wie in den letzten Wochen von der selbst ernannten Mehrheit mehrfach hochgelobt, bezweifle ich doch sehr. Bestimmt wird diese Sicht der Dinge den Bürgern (Wähler und Nichtwähler) nicht gerecht und eines ist auch klar: Eine niedrige Wahlbeteiligung wirft kein gutes Licht auf unsere Politiker. Denn die Nichtwähler haben sie eben nicht gewählt. Und wenn ein solches Verhalten wie das von Herrn Bach weiterhin üblich ist oder gar Schule macht, würde es mich nicht wundern, wenn die Wahlbeteiligung in Zukunft noch weiter absackt. Denn eine Wahlbeteiligung ist nicht nur Ausdruck des Engagements der Bevölkerung in politische Themen, sondern vor allem Ausdruck ihres Gefühls, politisch Dinge
ändern zu können.

Offenbar haben Werte wie persönliche Integrität und anständiges, faires Verhalten heute keinen Stellenwert mehr, mit Mobbing-ähnlichen Allüren kommt man offensichtlich weiter und höher hinaus. Schade, dass das vom Wähler und vor allem Nichtwähler unterstützt wird. Besser wäre es, wenn der Nichtwähler wählen gehen würde und wenigstens einen ungültigen Stimmzettel abgeben würde. Das wäre eine echte Klatsche und in den Zahlen wäre sichtbar, wie viele Leute die angebotenen Möchtegern-Politiker bei vorhandenem Interesse an der Politik tatsächlich ablehnen.

[nach oben]

17.1.2012, Königsteiner Woche: Es muss anscheinend etwas passieren…

…aber man ist wohl teilweise aufgewacht. Wir haben am 8.12.2011, also schon acht Tage vor dem schrecklichen Unfall in Schneidhain, eine E-Mail an den Magistrat geschickt (frei gekürzt):

„Die derzeitige Situation an der B455 ist derzeit unbefriedigend und gefährlich. In der Wiesbadener Straße in Schneidhain zwischen dem Zebrastreifen und der scharfen Kurve ist einseitig das Parken auf dem Gehweg erlaubt. An vielen Stellen reduziert sich durch dort parkende Autos die Gehwegbreite teilweise auf nur noch 20 - 30 cm. Hier ist Schulweg auf beiden Seiten in beiden Richtungen (Grundschule, Bushaltestelle und Bahnhof), die Schulkinder und Fußgänger müssen dadurch entweder die Straße an ungeeigneten Stellen queren oder die parkenden Fahrzeuge auf der Fahrbahn umgehen. Ein Zebrastreifen zwischen Bushaltestelle und Kurve und ein weiterer am Ortsausgang Richtung Königstein, Ecke „An den Geierwiesen“, würden die Fußgängergefährdung deutlich reduzieren! Der Magistrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die geltenden Vorschriften der StVO eingehalten werden, und dass Parken nur dort gestattet wird, wo die Breite des Gehwegs ausreichend ist, und sich auch für die Einrichtung von zusätzlichen Zebrastreifen einzusetzen.“

Außerdem ging es in der E-Mail auch um das Parken auf der B455 im Kurvenbereich zwischen Schneidhain und Königstein, das nicht nur eine hohe Verkehrsgefährdung verursacht, sondern auch bei viel Schnee lange Staus bis in die Mitte von Schneidhain produziert.

Eine endgültige Antwort haben wir bis heute nicht bekommen, allerdings eine Reaktion am 30.12.2011: „[…] Wir stehen […] mit der […] zuständigen Straßenverkehrsbehörde […] in Verbindung, um das zulässige Parken im Verlauf der B 455 zwischen Schneidhain und Königstein zu prüfen. Dabei werden wir auch Ihren Hinweis auf das Gehwegparken in der Ortsmitte erörtern. Über das Ergebnis erhalten Sie Nachricht.“

Zu den Zebrastreifen erhielten wir auf telefonische Nachfrage die Auskunft, dass es einen Erlass der Landesregierung gebe (www.fussverkehr.de/fileadmin/pdf/Hessen.pdf). Unserer Ansicht nach erlaubt dieser Erlass definitiv weitere Zebrastreifen oder zumindest „Querungshilfen“ oder Fahrbahnteiler in Schneidhain. Auch die fehlende Frequenz an Fußgängern an der Einmündung der Geierwiesen kann kein Argument sein, um diese wissentlich zu gefährden, zumal hier an der Wiesbadener Straße ein Gehweg nur auf einer Seite vorhanden ist. Hier ist also der Magistrat gefordert. Es geht alles, wenn der politische Wille da ist, und sich die Kommunalpolitiker nicht von Behörden Bange machen lassen. Bislang fehlte hier wohl die nötige Durchsetzungskraft gegenüber der übergeordneten Behörde, wir hoffen sehr, dass sich das ändert.

3.11.2011, Königsteiner Woche: Der Egoismus im Verkehr hat Hochkonjunktur

Zu den Leserbriefen von Angelika Schneider, Glashütten, und Brigitte Schleicher, Falkenstein, schreibt uns unsere Leserin Cordula Jacubowsky, die ebenfalls der Meinung ist, dass sich die Menschen im Straßenverkehr einiges bieten lassen, aber nicht alles hinnehmen müssen.

Man regt sich über die Baustellen auf, über die ungünstige Zeit. In den Ferien betrifft es mich ja nicht, nur die Anwohner, die haben auch in den Ferien keine Ruhe vor Lärm… Dass nicht alle Baustellen in den Ferien liegen können, ist logisch. So werden die Baustellen in der Reihenfolge der Verkehrsbeeinträchtigung kategorisiert. Ich möchte die Autofahrer nicht erleben, die auf einer Autobahn außerhalb der Ferienzeit wochenlang im Berufsverkehr-Stau stehen müssen. Das sind bestimmt mehr als die durch Königstein.
Es gibt viele andere Baustellen, die zeitlich ungünstig lagen und auch sehr viel Missvergnügen mit sich brachten. So der Stau zwischen Kronberg und Oberursel, der sehr viel Schleichverkehr und damit Lärm in den Wohngebieten in Kronberg provozierte, so aber auch die Sperrung (übrigens die zweite Vollsperrung in drei Jahren!) zwischen Eppstein und Schneidhain. Letztere brachte den Schneidhainern zur Abwechslung einmal viel Ruhe, bescherte aber den ansässigen Gewerbetreibenden teilweise hohe Verluste, wenn sie vom Durchgangsverkehr abhängig sind. So zum Beispiel Michas Lädchen, der einzige Nahversorger in Schneidhain. Nur kennt ihn die Stadtverwaltung nicht, wenn es um die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Supermarktes in Schneidhain geht – welcher auch maßgeblich vom Durchgangsverkehr abhängig sein dürfte (fragt sich, ob sich ein solcher halten kann, wenn schon Michas Lädchen ums Überleben kämpft?). Hohe Wellen hat auch der dadurch ausfallende bzw. stark eingeschränkte ÖPNV zwischen Schneidhain und Königstein geschlagen.

Jeder auf der Straße möchte möglichst schnell, sicher und komfortabel von A nach B gelangen, die lärmgeplagten oder verkehrsgefährdeten Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer werden vergessen. So ziehen viele Leute ins Hinterland, dort ist es ruhiger und man wohnt günstiger. Damit muss man jedoch andere Leute automatisch belästigen. Oder man kauft sich einen überteuerten Lastwagen, heutzutage SUV genannt, weil der zum einen hip ist und zum anderen mehr Sicherheit für sich selbst verspricht. Dass man damit die Fußgänger einer höheren Gefahr aussetzt, wird gerne verdrängt.

Weder die Lärmbelästigung, noch die höheren Verkehrsgefahren, die man jeweils selbst verursacht hat, wirken sich oft leider nicht auf das eigene Fahrverhalten aus. Der Lärm durch laute Stereoanlagen-Bässe bei offenem Fenster oder Cabrio sei hier nicht berücksichtigt, das sei der jugendlichen Unerfahrenheit geschuldet. Die Verdrängungstaktik macht auch nicht vor der eigenen Haustür Halt, selbst die direkten Nachbarn sind einem anscheinend egal. Sonst ist es nicht anders zu erklären, warum gerade die Anwohner und Anlieger rasen. Immer dann, wenn ein Wohngebiet weniger oder nur zwei Zufahrtswege hat, sind die Anwohner an diesen Zufahrtswegen gestraft – und es sind immer die eigenen Nachbarn, da es praktisch keinen Durchgangsverkehr gibt. Beispiele gibt es genügend, hier eine Auswahl: Falkenstein – Alt Falkenstein, Königstein – Kurmainzer Straße und Heuhohlweg, Schneidhain – Am Wäldchen. Der Verkehrsegoismus wird auch schon unseren Kleinsten eingeimpft: Du kannst keine 400 Meter alleine in die Grundschule laufen – der Fußweg ist durch den Straßenverkehr viel zu gefährlich! – und musst in die Schule gebracht werden; unverständlich, dass die besorgten Eltern andere Kinder gefährden müssen und geblitzt werden. Dass der Einzelne durch sein eigenes Fahrverhalten sehr viel zu einem besseren Verkehrsfluss beitragen kann und dass damit auch der Lärm reduziert wird, wird verdrängt. Es sind immer nur die anderen, und man beschwert sich über die fehlende Lärmschutzwand, damit man wieder schneller fahren kann.

3.11.2011, Königsteiner Woche, Leserbrief von Brigitte Schleicher: Raser müssen gestoppt werden

Der Raserei auf der Straße Alt Falkenstein müsse ein Riegel vorgeschoben werden, sagt unsere Leserin Brigitte Schleicher, die direkt an der besagten Straße wohnt. Sie schreibt:

Trotz Bürgerversammlung und vielen Gesprächen hat sich nichts an der problematischen Verkehrssituation in der Durchgangsstraße in Falkenstein geändert. Seit der Straßensanierung scheinen die Autofahrer noch schneller zu sein. Wir Fußgänger und Anlieger der Straße Alt Falkenstein sind in großer Gefahr, wenn wir die Fahrbahn überqueren müssen. Warum wird nicht öfter kontrolliert? Zu gerne würde ich Bürgermeister Helm den Vorschlag machen, für ein paar Tage Urlaub in Alt Falkenstein zu machen und sich im Alten Rathaus einzuquatieren. Dann kann er zum Verkehrslärm auch noch das geräuschvolle Schlagen der Rathausglocke zu jeder Stunde „genießen“.

3.11.2011, Königsteiner Woche, Leserbrief von Angelika Fischer: Baustelle auf der B8 – Jetzt reicht‘s!

Unsere Leserin Angelika Fischer, Limburger Straße, Glashütten, ärgert sich darüber, dass es in Königstein eigentlich nie „freie Fahrt“ für Autofahrer gibt.

Pünktlich zum Ende der hessischen Schulferien wurde in Königstein eine neue Baustelle errichtet! (Anm. der Redaktion: Ist mittlerweile abgeschlossen). Und nicht irgendwo in Königstein, nein, die kommt direkt auf die „Hauptschlagader des tägli-chen Durchgangsverkehrs“!

Zitat: „…Eine Ausführung während der Ferienzeit war wegen der vielen Baumaßnahmen nicht möglich. Dennoch begrüßt Bürgermeister Helm, dass diese wichtige Maßnahme noch vor dem Wintereinbruch durchgeführt werden kann und bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis….“

Verständnis? Du meine Güte, mir fehlt seit 30 Jahren das Verständnis für die Königsteiner Verkehrsplanung! Seit genau dieser Zeit wird nämlich immer wieder versprochen, am täglichen Stau etwas zu ändern! Ändern tut sich freilich nichts! Hindert aber die Verantwortlichen nicht daran, besonders gerne während der Wahlkampfzeiten, „Verkehrszählungen“ durchzuführen und die im Stau stehenden Autofahrer nach ihrer Meinung zu fragen. Nur, dass diese Meinung letztendlich dann doch keinen interessiert! Da wird ein „neuer“ Kreisel „gezaubert“, der zwar für Ortsfremde im ersten Moment etwas kompliziert scheint (macht aber nichts, die allermeisten fahren dort sowieso täglich und haben das schnell raus) aber wenn man weiß wo man hin will und welche Spur dafür zu nutzen ist, könnte man tatsächlich relativ zügig durchfahren wenn, ja wenn da nicht die Ampeln wären!

Und wenn man tatsächlich auch wirklich alle Spuren nutzen könnte; so ist immer noch die rechte Spur in Richtung Stadtmitte gesperrt (unfassbar, dass man über Jahre hinweg nicht in der Lage ist, eine Lärmschutzmauer aufzustellen!) Auf der anderen Seite des Kreisels, von Frankfurt kommend, ist ebenfalls die rechte Spur nicht zu nutzen – hier ist mir völlig schleierhaft warum?

Hallo Herr Helm, erwarten Sie immer noch Verständnis? Dafür, dass wir uns das täglich antun? Die Lebensqualität, die ich mir erhoffe dadurch zu erhalten, dass ich im schönen Taunus wohne, die kommt mir bei meiner täglichen (mindestens eine Stunde dauernden) Fahrt zur Arbeit (25 Kilometer lassen sich normalerweise in gut 30 Minuten fahren, höchstens!) abhanden. Ich lasse täglich fast zwei Stunden (ich muss ja auch nach der Arbeit wieder nach Hause fahren und das geht nur unwesentlich schneller) meiner Lebensqualität in Königstein auf der Straße liegen! Nein, tut mir leid, Verständnis können Sie von mir nicht mehr erwarten!

Zitat: „…Die Aufsicht über die Maßnahme hat das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt, Straßenmeisterei Hofheim, Rheingaustraße 128, 65719 Hofheim am Taunus, Tel....“

Der Versuch, eine Beschwerde an dieser Stelle anzubringen, scheiterte daran, dass dort (bestimmt wohl wissend warum!) einfach niemand ans Telefon geht! Das nenn ich ein gelungenes Krisen-Management! Wenn mich keiner erreichen kann, brauch ich mich damit auch nicht auseinanderzusetzen! Aber weit gefehlt! Wer mit mir nicht sprechen will, der kriegt es eben schriftlich!

7.8.2011: „Wenn der Kuckuck Eier legt, so muss ein fremdes Nest herhalten“ – Schabernack am Kuckuckstreff

Am vergangenen Samstag feierte der Elferrat von Schneidhain wieder sein Sommerfest am Kuckuckstreff. Und die Schneidhainer zeigten echte Nehmerqualitäten: Trotz eines ziemlich verregneten Abends wurde ausgiebig und zünftig gefeiert. Nun sind wir zwar nicht unbedingt ausgeprägte Partywesen, aber wir finden dieses Fest am Kuckuckstreff gut und unterstützen es daher auch. Und wir lachen auch jedes Mal herzhaft, wenn die Schneidhainer Dorf-„Jugend“-Kuckucke wieder ihre Muskeln spielen lassen: So wurde schon mal unser großer Findling auf die Straße verfrachtet, und am Tag darauf dankenswerter Weise von Johannes Schmidt mit dem Traktor wieder zurückgeschoben. Das ausgehängte Gartentor haben wir auch schnell aus dem Gebüsch geholt und wieder eingehängt. Diesmal haben sie einen Felsbrocken in den Hausweg geschoben und einen anderen aus dem Hang heruntergestoßen und hinters Auto gerollt.

Gelacht haben wir auch diesmal wieder, obwohl sich auch Spaß „abnutzen“ kann. Trotzdem kamen uns doch beim näheren Hinsehen Bedenken: Wie leicht hätte jemand im Dunklen mit dem Auto oder Fahrrad auf den Findling auffahren können? Wie leicht hätte der Felsbrocken dieses Jahr auch im Auto landen oder jemanden beim Herunterfallen verletzen können? Was wäre gewesen, wenn wir im Dunklen schnellstmöglich hätten wegfahren müssen? Den Felsbrocken hätten wir vielleicht nicht gesehen. Und:

Wer soll den Felsbrocken wieder in die Böschung einsetzen? Dazu braucht es diesmal schon etwas schwereres „Geschütz“. Das bedeutet, dass dafür wohl ein Bagger benötigt wird. Wir hoffen, dass sich vielleicht doch noch eine andere Lösung findet. Schade ist allerdings, dass die Verursacher so mutlos sind. Echte Schneidhainer Kerle sollten nicht nur Kraft für solchen „Unfug“, sondern auch den Mut haben, dazu zu stehen. Bei der Wiederherstellung könnten sie diesen Mut dann auch beweisen. So schlimm ist es ja gar nicht.

Wenn die Verursacher mutig genug sind, sich zu melden und beim Aufräumen helfen, stiften wir zum nächsten Fest einen Wettbewerb zum Felsbrocken ziehen und einen Wanderpokal – wer das „Kuckucksei“ am schnellsten zog. Dann haben alle etwas Gaudi und es geht nicht zu Lasten einzelner, die das „Glück“ haben, nebenan zu wohnen.

4.6.2010: Durch Schneidhain geht ein Riß...

Wie in der letzten Ortsbeiratssitzung von Herrn Meier richtig erkannt, geht ein Riss durch Schneidhain, wenn auch nicht unbedingt in der Mitte, wenn es allein nach „Lautstärke“ geht. Da gibt es die Chance für Schneidhain, die einen neuen Sportplatz möchte und dafür auch eine Verlegung, Supermarkt und superdichte Wohnbebauung befürwortet. Da gibt es aber auch die Pro-Schneidhainer, die nie gegen einen neuen Sportplatz waren, aber die Verlegung definitiv nicht wollen und Wohntürme (siehe Riederwald etc.) nicht möchten.

Wer die letzte Ortsbeiratssitzung besucht hat, dachte, er wäre am Fußballplatz gewesen, nur das Auspfeifen der Konkurrenz hat gefehlt, sonst war alles da. Schade nur, dass die Konkurrenz diejenigen sind, die dem Sportverein Blau-Weiß auch zu einem neuen Sportplatz verhelfen wollen – nur unter anderen Vorzeichen! Schade, dass das Konkurrenz-Verhalten vom Fußballplatz vor der Tür zum Sitzungssaal zugunsten eines kompromissbereiten, demokratischen Miteinanders nicht abgelegt werden konnte. Immerhin gibt es Möglichkeiten, den Fußballplatz am alten Standort UND einen Supermarkt unterzubringen, das wäre eine „kleine Lösung“, die aber die Ziele beider Initiativen vereinigt. Das hätte auch den Vorteil, dass die Stadt nicht das ganze Areal verkaufen muss (bei über 20.000 qm kommt da leicht eine Kaufsumme von 6-10 Mio. € zusammen), denn ab 5 Mio. € ist eine Europaweite Ausschreibung verbindlich. Und was uns die gebracht hat, sehen wir ja am Kurbad – es ging baden.

Gesetzt den Fall, Königstein schafft es nicht innerhalb der nächsten drei Jahre grundlegend die Finanzsituation ins positive zu verkehren, ist es durchaus möglich und wahrscheinlich, dass Schneidhain das Sportplatz-Areal komplett verliert, steht es doch im Konsolidierungshaushalt. Und dann: Gute Nacht, Blau-Weiß! Die SG und alle Befürworter der „großen Lösung“ wären gut beraten, sich einmal die Alternativen bzw. die Konsequenzen gründlich zu überlegen und vielleicht einmal sogar kleinere Brötchen zu backen, momentan fahren sie volles Risiko.

20.10.2008: Mut zur Veränderung – Mut zum Erhalt des HdB

Am Sonntag war ich im HdB – „Tag der offenen Tür“. Eifrige Leser der KöWo wissen, dass ich in der Vergangenheit schon mehrmals für das HdB Stellung bezogen habe und in diesem Zusammenhang auch leserbrieflich ein paar Mal mit einem Herrn der CDU zusammengeraten war. Aus diesem Grund hoffte ich sehr, ihn oder seine Kollegen dort einmal persönlich kennen zu lernen, aber auch am Montagabend wurde ich sehr enttäuscht. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass auch in der eigens für den Erhalt des HdB gegründeten Arbeitsgemeinschaft die CDU oft fehlte oder früher ging. Da frage ich mich doch, wie Politiker, die fehlen, sich sachlich informieren können und vermute deshalb auch einmal ganz frei heraus, dass sie dann vermutlich in dieser Materie auch nicht viel Ahnung haben können. Oder: Sie verfolgen wohl bestimmte Ziele – und laut derer die Anwesenheit in der AG bzw. zu den Veranstaltungen zum HdB nicht notwendig ist. Wenn ich den allgemein bekannten Wunsch der CDU – Abriss des HdB und Neubau irgendwo – zugrunde lege, wäre das ja auch ganz logisch und sinnvoll.

Warum aber ist die CDU dagegen? Eine Sanierung kostet Geld, das die CDU dafür anscheinend nicht ausgeben möchte. Ein Abriss und Verkauf des Geländes würde Geld bringen, um Schulden zu tilgen oder zumindest Schuldzinsen der Stadt zahlen zu können. Dabei würde eventuell soviel übrigbleiben, dass ein Neubau – z.B. in der Konrad-Adenauer-Anlage, eine Zerstörung des Grünen Herzens Königsteins – machbar wäre. Eine weitere Alternative ist ein Abriss bis auf die Grundmauern und darauf ein Neubau. Was die beiden Alternativen aber jeweils kosten würden oder wie sie aussehen würden – das weiß bislang anscheinend nur die CDU, an die Öffentlichkeit ist es bislang nicht gedrungen.

Nun wird ja allgemein behauptet, dass die CDU „konservativ“ wäre. Diese Einstellung kann ich aber beileibe hier nicht entdecken. Ein Neubau und Abriss eines Denkmals ist nicht konservativ. Um wie viel repräsentativer für Königstein würde aber ein restauriertes und darüber hinaus gut benutzbares Denkmal sein? Was steht einer so alten Stadt besser an, als ein behutsamer, erhaltender Umgang mit erhaltenswürdiger und darüber hinaus denkmalgeschützter Bausubstanz?

Wenn man darüber hinaus noch weiß, dass die Erhaltung des HdB durch eine besondere Förderung der KfW vielleicht gerade soviel kostet, wie ein Neubau – warum zögert man hier? Es geht doch darum etwas von Wert zu schaffen bzw. etwas Bleibendes zu erhalten, und nicht für eine kurze brasilianische Belustigung viel Geld auszugeben.

Für eine HdB-Erneuerung gibt es anscheinend keine Mehrheit. Und hier vermute ich mal wieder: Man möchte an dem alten verkratzten Bild „Königstein = Kurstadt“ weiter festhalten. Dabei wäre doch – genau wie man es mit dem HdB vorhat – ein neues, modernes Bild von Königstein viel zeitgemäßer, und außerdem auch ein Bild, in dem sich ganz Königstein wiederfinden könnte. Große Ideen gäbe es dafür zuhauf: Kultur, Erholung, Sport, Urlaub, Einkaufen – oder schlicht und ergreifend mal kleinere, aber leckere Brötchen backen: Eine tolle Stadt zum Leben und Arbeiten, für Familien, Singles und Senioren, dem Mittelstand und den vielen Kleingewerbetreibenden. Eine gesunde Mischung. Das wäre ein Ziel, ein neues Bild, ein Leitbild, ein Stadtbild, ein Stadtentwicklungsplan.

Teile der Stadtverordneten plädieren dafür, für ein gemeinsames Ziel, eines zu entwickeln. Es würde allen vorhanden Problemen von vorneherein den Weg zeigen, der zur sinnvollsten Lösung führen könnte.
Ein gemeinsames Ziel? Solange die einzelnen Parteien immer nur gegeneinander schießen und die mit den meisten Mehrheiten sich auf diesen ausruhen, statt ihrem Auftrag zu arbeiten gerecht werden – solange wird ein Ausweg aus der Schuldenfalle für das Stadtsäckel von vorneherein versperrt bleiben und das HdB abgerissen. Ein erster Schritt wäre z.B. das Wagnis, sich den Diskussionen und den Problemen zu stellen und diesen nicht aus dem Weg zu gehen bzw. diese einfach abzureißen.

Das bedeutet aber Wagemut, Mut zur Veränderung, Mut auch Althergebrachtes infrage zu stellen. Einen Mut, der manchen Stadtverordneten (nur von der CDU?!) wohl fehlt. Trotzdem hat unser Bürgermeister Herr Helm mit der Stadtgalerie wirklich Mut bewiesen – traut er sich’s nochmal beim HdB oder gibt er den konservativen Strömungen in der Stadt nach? Traut er sich zu einer offenen, konstruktiven Entwicklung eines Stadtleitbildes, dem alle Parteien etwas abgewinnen können? Trauen sich auch die Abgeordneten mutig zu sein und das HdB zu erhalten? Traut sich die CDU einmal ihrem CDU-Bürgermeister zu folgen?

28.4.2007: Defekte Ampel auf dem Schulweg: Wer informiert die Eltern?

Da ist seit Montag die Ampel über die Wiesbadener Straße in Schneidhain defekt. Aber wer hat die Eltern informiert?

Wieviele Kinder gehen jeden Tag alleine den Schulweg, weil ihre Eltern berufstätig sind? Wieviele Kinder sollen jeden Tag den Schulweg alleine gehen, der Selbständigkeit halber?

Wieviele Kinder können im Alter von 5 bis 10 Jahren schon wirklich die Gefahren einer defekten Ampel einschätzen und außerdem das als so wichtig erachten, dass sie es ihren Eltern auch erzählen, wo doch der Streit oder die Verabredung mit dem Banknachbarn für sie so viel wichtiger ist?

Wieso kann sich eine Schule die Aussage erlauben, alle Eltern wüßten das, wenn z.B. ich es nicht wußte (und ich bin kein Einzelfall)?

Wieso ist eine Schule, die das Ordnungsamt informiert, dieses aber – weshalb auch immer – den Schulanfang zu spät ansetzt – nicht in der Lage, das zu korrigieren? Wieso kann ich das dann so einfach mit einem einzigen Telefonanruf? Wieso ist dann das Ordnungsamt auch so nett und will mich informieren, wenn es nicht möglich sein sollte, um 7:30 Uhr einen Ordnungspolizisten an die Ampel zu stellen, damit ich mich wenigstens hinstellen kann?

Wieso ist es für eine Schule möglich, wegen jedes „Pipikrams“ eine Ranzenpost zu schreiben, aber in einem solchen Fall, wo es um das Leben jedes einzelnen Kindes geht, ist es anscheinend unmöglich, es den Kindern wenigstens ins Hausaufgabenheft zu diktieren?

Wieso ist es in einem so konservativen Land wie Bayern möglich, im Sinne des Kindeswohls die Eltern zu informieren, wenn ihr Sprössling nicht in der Schule erscheint, aber hier im ach so fortschrittlichen Hessen nicht?

Ich bin mal gespannt, wer schuld ist, wenn ein Kind 15 Minuten vor Schulbeginn auf dem Schulhof ankommt, diesen aber wegen irgendwelcher „süßen Kätzchen“ auf der anderen Straßenseite wieder verläßt und mitgenommen wird? Hier wäre die Schule verantwortlich, es läßt sich aber nicht nachweisen, das Kind ist ja weg, vielleicht sogar tot! Tatsache ist aber, dass die Eltern erst nach Schulschluß – wenn ihr Kind nicht nach Hause kommt – feststellen können, dass etwas passiert ist. Damit sind leicht (7:45 Uhr Schulbeginn bis 13:15 Schulschluß plus mindestens jeweils 15 Minuten Schulweg) SIEBEN Stunden – ein halber Tag! – verloren!!! Den Eltern hilft das nicht, das Kind hat den Schaden.

Verantwortlichkeiten hin oder her – es ist schlicht und ergreifend eine bodenlose Sauerei und Unverschämtheit, wenn jemand, der die Möglichkeiten dazu hat, sinnvoll zu helfen, das nicht tut und dadurch Menschenleben zu schaden kommen, und nur deswegen, weil er dazu nicht verpflichtet ist!
In einem so konservativen Ort wie Königstein ist der erste Schritt zur Hilfe für Eltern anscheinend nur über teure und individuelle Maßnahmen möglich (wem es wichtig ist, der leistet sich ein Au-Pair), nicht aber durch so einfache, billige und soziale Maßnahmen wie z.B. einer Telefonkette für Eltern (bei einer defekten Ampel) oder einem kurzen Anruf (bei einem fehlenden Kind).

Was ist mit der vielbeschriebenen Zivilcourage, die unsere Kinder lernen sollen? Was ist mit der so gehassten Ellenbogenmentalität? Durch solche Ansichten und Verhaltensweisen lernen Kinder gewiss nicht, wie es besser geht! Ein bisschen mehr „könnte es anderen helfen?“ und ein bisschen weniger „ich habe damit keine Probleme, also brauche ich auch nichts zu tun“ würden alles für alle etwas einfacher machen...

31.10.2006: Halloween und wie es nicht sein sollte...

Einen Kürbis hatte mein Mann gekauft, orange und groß. Eine Stunde habe ich gewerkelt, bis er ordentlich dünn ausgehöhlt war und schön leuchten konnte. Voller Stolz haben wir, meine Tochter und ich, ihn auf dem Briefkasten deponiert und das Windlicht darin angezündet. Es war sehr schön anzusehen und wir freuten uns, dass er noch ein paar Tage den Vorgarten beleuchten könnte. Dann freuten wir uns auf die ersten Kinder. Die kamen auch bald und zogen mit Süßigkeiten und meiner Tochter wieder von dannen. Etwas später brachten wir unseren Besuch zum Flughafen – und damit jeder Bescheid wüßte, der vergebens in dieser Stunde kommen sollte – wurde noch ein Zettel an die Tür gehängt, dass wir um halb acht Uhr wieder da wären, es sollte ja keiner leer ausgehen.

Als wir wiederkamen, mußten wir annehmen, dass die zwischenzeitlichen Besucher wohl nicht lesen konnten: ein rohes Ei war an die Tür geworfen worden, der Boden mit Rasiercreme verschmiert. Aber ich war ja noch motiviert und putzte alles sauber. Auch den Kürbis brachte ich wieder zum Leuchten. Immerhin konnte man über ein Ei und Rasiercreme noch müde lächeln.

Nach einer Weile klingelte es erneut. Bevor ich jedoch quer durchs ganze Haus an der Tür war, da waren die Besucher auch schon wieder abgezogen. Nebenbei wurde noch der Kürbis vom Briefkasten geschubst und mit einem nachgesetzten Fußtritt fein säuberlich mitsamt des Windlichts, das natürlich zu Bruch ging, über der Straße verteilt. Damit war natürlich Halloween auch beendet, denn wo kein Kürbis (leuchtet), da keine Süßigkeiten – schade für alle weiteren Kinder.

Ob ich vielleicht nächstes Jahr alle (größeren) Kinder mit einer Wasserpistole, gefüllt mit grüner Farbe, begrüße? Oder deren Kostüme zerreiße? Nur so aus Spaß natürlich?!

Und ob der Übeltäter wohl noch den Mut aufbringt, zu kommen und sich zu entschuldigen? Und ob er sich vielleicht bewußt ist, dass er nicht nur einen Kürbis kaputt gemacht hat?