Zu diesem Thema haben sich zwei Bürgerinitiativen gebildet.

Chance für Schneidhain gegründet am ?, am 19.2.09 erschien ein Artikel in der KöWo mit diesem Titel.

Pro Schneidhain, gegründet am 9.2.09, Presseerklärung. Beide haben Umfragen gemacht.

Was gefragt wurde und was nicht interessierte.

– Die Chance ging von Haus zu Haus, ließ vielleicht auch in jedem Haus mehrere Personen unterschreiben. Zeitraum von Fasching bis September/Oktober, also gut sechs Monate, ein halbes Jahr. Ca. 700 Unterschriften.

– Pro Schneidhain legte nur die Zettel aus, bei Michas Lädchen, im Kindergarten etc. Es bekam eine Eigendynamik und längst nicht jeder Volljährige einer Familie unterschrieb, sondern nur die, die gerade  Brötchen holten, oder die Kinder vom Kindergarten/Schule abholten. Zeitraum ca. drei Wochen. Ca. 450 Unterschriften.

Wenn man beide Arten miteinander vergleicht, so sind beide nicht repräsentativ, sondern verdeutlichen nur, wie viel Energie die jeweilige Initiative aufbrachte bzw. wie groß der verhältnismäßige Erfolg war. Dabei fällt mir auf, dass die Chance mit viel Energie zwar auch viel Erfolg hatte. Allerdings hat sie dafür erheblich trommeln müssen, während sich die Unterschriften der Pro-Schneidhainer „einfach so“ ansammelten.

Übrigens: Es gibt noch das Argument, dass bei Pro Schneidhain auch Kinder unterschrieben hätten, was Pro Schneidhain dementiert. Daher muss dieses Argument fairer halber aber für beide Sammlungen gelten, da keine der beiden Listen offiziell geprüft wurde.

[nach oben]

Hier die jeweiligen Umfragetexte.

Pro Schneidhain:

„Ich bitte, das Sport- und Spielplatzensemble in Schneidhain zu erhalten und nicht zu bebauen.“

Chance für Schneidhain:

„An den Bürgermeister der Stadt Königstein, Leonard Helm! Wir sind eine Gruppe Schneidhainer Bürgerinnen und Bürger, die voraussichtlich noch länger in diesem Stadtteil wohnen wird. Über einen nach ökologischen Gesichtspunkten gebauten Supermarkt mit einem umfassenden und hochwertigen Angebot in Schneidhain würden wir uns freuen! Wenn es dadurch möglich wird, ohne Kosten für die Stadt Königstein, einen modernen neuen Sportplatz in Schneidhain zu bekommen, umso besser!“

Beiden Umfragen muss vorgeworfen werden, dass überhaupt nicht gefragt wurde, was die Bürger wirklich wollen. Ich für meinen Teil kann z.B. ohne Probleme bei beiden einen Haken setzen, auch wenn ich glaube, dass sich ein Supermarkt nicht tragen würde und ich nicht auf Michas Lädchen verzichten möchte.

[nach oben]

Nachteile der beiden Umfragen.

Wer glaubt, dass mit diesen Texten (speziell der von Chance für Schneidhain) eine ausgewogene Umfrage möglich wurde, der hat sich täuschen lassen. Den Text der Chance hätten die Pro Schneidhainer auch unterschreiben können! Wenn man eine vorgeschlagene Alternative der ALK betrachtet, so wäre das mit der Unterschriftensammlung der Chance auch „gedeckt“, nämlich (positive Argumente):

  • ökologisch gebauter Markt
  • umfassendes, hochwertiges Angebot
  • neuer, moderner Sportplatz
  • ohne Kosten für Königstein

Es wird überhaupt nicht deutlich, ob die Schneidhainer auch folgendes wollten (Kehrseite der Medaille):

  • das Zerreißen von Sportplatz, Spielplatz und Rollschuhbahn, des sozialen Zentrums von Schneidhain
  • Spielplatz und Rollschuhbahn sollen nach neuen Plänen vor die Heinrich-Dorn-Halle, damit wird die zum Spielen zur Verfügung stehende Fläche verkleinert
  • die Verlegung des Sportplatzes hinter Seeger
  • dichte Wohnbebauung
  • mehr Verkehrsbelastung durch Zuzug von neuen Familien, durch Anlieferverkehr und durch zusätzlichen Verkehr, der durch den Markt angelockt wird (Bauzeit mit Lärm bleibt unberücksichtigt)
  • Verschlechterung der Versorgung der alten Menschen, die auf Belieferung durch Fremde angewiesen sind: viele Ältere fahren noch selbst Auto oder haben eines oder jemanden, der sie auch zum Frisör, zur Apotheke, zum Arzt fährt. Die, die das nicht (mehr) haben/können, sind auf fremde Hilfe angewiesen. Kommt ein Supermarkt, entfällt der kostenlose Lieferdienst bis in die Küche von Michas Lädchen aus nachvollziehbaren Gründen, weil Michas Lädchen wahscheinlich nicht mehr überlebensfähig sein dürfte. Unter der Bequemlichkeit der Mehrheit muss dann die Minderheit leiden. (Übrigens: Michas Lädchen ist auch ein Vollversorger – er hat zwar nicht alles vorrätig, kann aber und tut auch alles besorgen, was gewünscht wird und erhältlich ist und liefert es sogar bis in die Küche. Und die Preise bewegen sich auf Edeka-Niveau!)
  • Königstein zahlt indirekt in fast jedem Fall drauf, da das aktuelle Sportplatz-Grundstück wesentlich hochwertiger ist, als das hinter Seeger. Zur Erinnerung: Bauträger baut Supermarkt, Häuser, Spielplatz etc. und Sportplatz, bekommt dafür Sportplatz-Gelände, kauft Seeger-Gelände. Kein Wunder, dass sich das für den Investor rechnet, wäre doch mit dem Erlös der Hausgrundstücke u.a. auch der Bau des Supermarktes finanziert worden! Und diese Marge müsste eigentlich auch der Gewinn der Stadt sein und bleiben.

Wie man auch fragen könnte.

Ich habe mir den Spaß gemacht und einmal eine Umfrage entworfen, wie sie aussehen sollte und wie wirklich herausgefunden werden könnte, was die Schneidhainer wirklich wollen. Es ist jeder eingeladen, diese einmal für sich selbst auszufüllen. Wer sie ausdruckt, ausfüllt und auf einem separaten Blatt unterschreibt (Datenschutz, damit ich es anonym auswerten kann, ohne Dubletten zu bekommen!), das ganze dann in meinen Briefkasten wirft, der kann sicher sein, dass ich die Antwort anonymisiert mit allen anderen Antworten auswerten werde. Die Ergebnisse werde ich hier dann auch veröffentlichen.

Meine Umfrage. Das separate Blatt dazu.

Wem das ganze zu aufwändig ist, der kann auch gerne hier online teilnehmen. Die Antworten werde ich auch auswerten und hier darstellen, allerdings ist dann in keiner Weise das ganze tatsächlich aussagekräftig, da natürlich jemand den Fragebogen mehrfach ausfüllen kann, um einen Effekt zu erzielen.

[nach oben]