Hier die Einwendungen, wie sie von mir und meinem Mann an die Stadt gingen.

Wichtig: Jedes Argument, das während der Einspruchsphase der Offenlegung der Bebauungspläne nicht genannt wird, darf/kann später im Gericht nicht mehr benutzt werden. Aus diesem Grund sind auch teils widersprüchliche Argumente hier aufgelistet!

Vorbemerkung

Es sind viele Einwendungen, das ist mir bewusst. Ich bin allerdings kein Anwalt und kenne mich daher mit den entsprechenden Formulierungen nicht aus. Daher fordere ich für jeden einzelnen Punkt – sofern sinnvoll und logisch – egal ob es nun schon dabei steht oder nicht! – grundsätzlich:

• die Offenlegung der Kosten,
• wer diese übernimmt und
• entsprechende Planungen, d.h. schriftliche Unterlagen, die gegebenenfalls auch der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorzulegen sind,

bevor es zu irgendwelchen Bautätigkeiten, (z.B. Rodungen, Erdbewegungen etc.) kommt.

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1 Beide

1.1 Die Planung enthält nicht die vom Ortsbeirat am 2.11. beschlossenen und per Vermerk festgelegten Änderungen und ist damit abzulehnen.

1.2 Die Planung berücksichtigt in erster Linie die Interessen des Investors und lässt nicht erkennen, an welcher Stelle die Stadt im Interesse ihrer Bürger darauf Einfluss genommen hat. Es ist dafür zu sorgen, dass die größtmögliche Schnittmenge aller Bürgerinteressen erreicht wird, d.h. Erhalt des Spielgeländes vor Ort, Erneuerung des Sportplatzes, Supermarkt.

1.3 Schon jetzt gibt es im unteren Teil der Wiesbadener Straße bei Starkregenfällen Überflutungen von Kellern. Teilweise drückt es die Gullydeckel hoch. Die Planungen sollen eine Berechnung enthalten, bis zu welchem Grad die Abwasserkanäle schon jetzt ausgelastet sind und mit welcher Zusatzbelastung gerechnet wird. Müssen die Abwasserrohre gegen größere ausgetauscht werden? Auch das Regenwasser des neuen Sportplatzes muss in den Abwasserkanal geleitet werden, es darf nicht in die Braubach eingeleitet werden. Wie in der Begründung zum Vorentwurf angeführt, muss die Abwasserentsorgung überprüft werden.

1.4 Die Planungen enthalten keine Regenwasserrückhaltebecken. Diese sind einzuplanen und es ist offen zu legen, wer die Kosten dafür übernimmt. (Um z.B. bei Starkregenfällen eine Überflutung der Anlieger am Kanal zu vermeiden.)

1.5 Das Regenwassermanagement auf beiden Flächen ist nicht ausreichend dokumentiert. Schon jetzt stellt der Sportplatz in dieser Hinsicht eine Problemfläche dar. Die Planung ist entsprechend zu konkretisieren, insbesondere auch im Hinblick auf die Kostenübernahme, erfolgt diese durch den Bauträger oder durch die Stadt?

1.6 Verkehrschaos auf der Wiesbadener Straße. Es heißt zwar im Gutachten, dass die Straße das vermehrte Verkehrsaufkommen (neue Anwohner, Supermarktbesucher, Benutzer des neuen Sportplatzes) verkraftet. Wie soll der Verkehrsfluss gewährleistet werden, wenn innerhalb weniger hundert Meter der Bahnübergang, die Schulweg-Fußgänger-Ampel, die Zufahrt zu den Gewerben, die Zufahrt zum Supermarkt, die neue Kreuzung am Erdbeerstein, eine Querungshilfe bei Seeger und Bushaltestellen aufeinander folgen? Entsprechende Planungen sind vorzulegen.

1.7 Der Übergang über die Wiesbadener Straße ist in weiten Teilen von Schneidhain jetzt schon sehr gefährlich (siehe den tödlichen Unfall am 16.12.11!) – es ist damit zu rechnen, dass die Autofahrer verstärkt Gas geben, um diese „Staustellen“ zeitlich wieder auszugleichen. Daher fordern wir Tempo 30 km/h auf der Wiesbadener Straße in ganz Schneidhain, unterstützt von geeigneten Maßnahmen (z.B. Zebrastreifen, Geschwindigkeitskontrollen, Verschwenkungen der Fahrbahn etc.). Entsprechende Planungen sind vorzulegen.

1.8 Beide Vorhaben führen zu einer massiven zusätzlichen Versiegelung. Es fehlen jedoch Hinweise zur Ausweisung von Ausgleichsflächen für beide Bebauungspläne. Diese sind schriftlich auszuweisen.

1.9 Es fehlt ein Hinweis auf Wildkatzen und die Beeinträchtigung des Lebensraums dieser Tiere durch die Bauvorhaben.

1.10 Eine aktive Bürgerbeteiligung hat nicht stattgefunden. Wir fordern deshalb eine weitere Bürgerversammlung und konkrete Darstellung der Planungen sowie Aufklärung über die bei der Planung strittigen Punkte.

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2 Bebauungsplan S 12 „B 455/Wiesbadener Straße“

NAHVERSORGER

2.1 Gemäß Punkt Z 3.4.3-9 RegFNP soll die Gemeinde zur Sicherung der verbrauchernahen Versorgung und zur Standortentwicklung für großflächige Einzelhandelsvorhaben im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung ein kommunales oder interkommunales Entwicklungskonzept erarbeiten. Wo ist die Ansiedlung des Lebensmittelmarktes im Rahmen dieses Konzeptes erwähnt?

2.2 Die Grundversorgung im Stadtteil wird durch Michas Lädchen ausreichend gewährleistet. Die Verträglichkeitsanforderungen gem. Z 3.4.3-2 RegFNP werden bei dieser Planung nicht erfüllt, da Michas Lädchen ignoriert wird. Somit liegt kein begründeter Ausnahmefall vor, der eine Ansiedlung eines Lebensmittel-Vollversorgers bis 2.000 m² Verkaufsfläche zulässig machen würde.

2.3 Die Ausweisung eines großflächigen Einzelhandelsvorhabens auf der genannten Fläche ist gem. Z 3.4.3-2 RegFNP in diesem Falle nicht zulässig, da Schneidhain kein Ober- oder Mittelzentrum, sondern ein Unterzentrum ist.

2.4 Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die geplante Supermarktfläche von ca. 1200 m² zu groß für die potentielle Nutzung des Marktes ist. Die Größe ist anzupassen und es ist, wie im Gutachten angesprochen, offen zu legen, wer an dieser Stelle einen Supermarkt betreiben wird.

2.5 Schneidhain hat bereits einen Nahversorger. Der Bebauungsplanentwurf geht hier von falschen Voraussetzungen aus. Im Gutachten wird die Konkurrenzsituation und der Schutz anderer Lebensmittelmärkte in Königstein berücksichtigt, warum wird der Einzelhandel Michas Lädchen ignoriert?

2.6 Es kann nicht im Interesse der Stadt sein, wenn ein Einzelhändler (Michas Lädchen), der Gewerbesteuer zahlt, seine Existenz verliert und stattdessen ein Filialist an den Standort kommt, der keine oder nur minimale Gewerbesteuer an die Stadt entrichtet.

2.7 Das Angebot an Lebensmitteln und Dienstleistungen in Schneidhain würde durch den Wegfall von Michas Lädchen rapide zurückgehen. Micha bietet neben dem den Waren für den täglichen Bedarf unter anderem an: verschiedene Wildschwein Produkte aus dem Taunus, einfache Spirituosen bis hin zu hochwertigem Whiskey, handverlesene Brot-, Gebäck- und Brötchenauswahl, Lebensmittel, Feinkost, Tiefkühlware, Toto+Lotto, warme und kalte Snacks, frischen Kaffee, etc. An Service-Leistungen bietet er an: Lieferung frei Haus, Bücher, Reinigung, Schuh-Reparatur Annahme, Post. Diese Angebots- und Servicevielfalt deckt kein einfacher Supermarkt oder Discounter ab. Deshalb sind wir gegen einen Supermarkt mit Backshop (mit qualitativ geringwertigen Backwaren und schlechten Arbeitsbedingungen).

2.8 Es fehlt in der Planung die Möglichkeit zum barrierefreien Zugang zum Supermarkt. Wo wird eine Rampe errichtet?

2.9 Es steht immer noch kein Supermarktbetreiber fest. Wir fordern eine Alternativplanung für dieses Baugebiet S12, sollte sich bis Baubeginn keiner finden: Die Alternativplanung soll dazu führen, dass der alte Spielplatz enthalten bleibt.

2.10 Ob sich ein Vollsortiment-Lebensmittelmarkt wirtschaftlich lohnt, ist nicht erschöpfend bewertet worden und wird auch vom Gutachter Fischer kritisch gesehen. Hier sind detailliertere Untersuchungen vorzunehmen, um zu vermeiden, dass sich Einzelhandel oder anders Gewerbe wie z.B. ein Bettenmarkt oder ähnliches, ansiedelt, der von den Bewohnern explizit nicht gewünscht wird. Deshalb ist eine echte Bedarfserhebung durchzuführen.

2.11 Ist planerisch und vertragsrechtlich in der Vereinbarung zwischen Stadt und Bauträger der Fall berücksichtigt, dass sich kein Supermarktbetreiber findet? Wie wird dann verfahren?

2.12 Der Plan enthält keine Angaben zur Höhenlage des Marktes. Wie werden die Höhenunterschiede ausgeglichen?

2.13 Die Planung enthält keinerlei Zugang zum Supermarkt von den neuen und vorhandenen Wohngebieten (Am Erdbeerstein, Rossertstraße, Am Hohlberg, Blumenstraße, In der Braubach usw.) Kunden werden gezwungen, über die Wiesbadener Straße und somit den Kraftverkehrszugang zum Markt zu gehen. Es ist ein Fußweg durch die neue Siedlung vorzusehen, um eine echte fußläufige Erreichbarkeit des Marktes zu gewährleisten, mit der im Übrigen auch für diesen Markt in Schneidhain geworben wurde!

2.14 Aus Lärmschutzgründen fordern wir eine Begrenzung der Öffnungszeiten des Nahversorgers auf die Zeiten zwischen 8.00 und 20.00 Uhr, gemäß TA Lärm Lieferverkehr frühestens ab 6.00 Uhr und spätestens bis 22.00 Uhr. Zudem fordern wir die Einhaltung der TA Lärm in den Ruhestunden (6.00 – 7.00 Uhr und 20.00 bis 22.00 Uhr). Diese ist nicht im Gutachten enthalten.

2.15 Der Verkehr, der aus dem Supermarkt in Fahrtrichtung Königstein ausbiegt, muss die zwei Fahrspuren und die zusätzliche Abbiegespur überqueren. Das führt zu verlängerten Wartezeiten und damit zu zusätzlicher Belastung durch Lärm und Emissionen. An der Einfahrt zum Supermarkt ist deshalb eine Ampel zu errichten.

2.16 Ohne sicheren Mieter für mindestens fünf Jahre für das Supermarktgebäude darf dieses nicht gebaut werden. In einem solchen Fall ist die weiter oben geforderte Alternativplanung (siehe Punkt 2.9) durchzuführen. Es stehen z.B. im Baugebiet am Neuenhainer Hang und auch an der Limburger Straße, gegenüber des Königsteiner Friedhofs, immer noch Gewerbeflächen leer. Ein ebensolcher Leerstand und damit eine folgende Abwertung des Wohnbezirks Schneidhain soll unbedingt vermieden werden.

2.17 Es fehlt eine in sich schlüssige Begründung, warum sich ein Supermarkt in dieser Größe in Schneidhain tragen sollte. Diese ist mit geprüften Zahlen zu untermauern. Ebenso fehlt eine Begründung, warum sich ein Supermarkt trägt bzw. tragen soll, ohne weiteren überörtlichen Verkehr anzuziehen bzw. anziehen zu müssen.

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WOHNBEBAUUNG DES ALTEN SPORTPLATZES

2.18 Die geplante Bebauungsdichte fügt sich nicht organisch in die umliegende Bebauung ein. Die geplanten Trauf- und Firsthöhen sind ebenso wie die Anzahl der Häuser zu hoch. Damit liegt eine Nichtbeachtung der Nachhaltigkeit der Siedlungsstruktur nach Punkt G.3.4-2 des RegFNP vor. Die Bebauung ist großzügiger zu gestalten, die GFZ und die GRZ sind zu verringern.

2.19 Der Ausnutzungsgrad der Grundstücke ist nicht dem baulichen Umfeld angepasst. Wir fordern eine Darstellung des Vorhabens in 3-D oder als Modell, um den Bürgern eine konkrete Vorstellung von dem Vorhaben zu geben.

2.20 Die Maßgaben nach Punkt G 3.4-7 RegFNP, denen zufolge vor der Ausweisung neuer Flächen Baulandreserven in den bebauten Ortslagen mobilisiert werden sollen, werden hier nicht eingehalten. Es gibt genügend freie Bauflächen und leerstehende Wohnimmobilien im Stadtteil, um eine derart dichte Bebauung vermeiden zu können. Die Bebauungsdichte muss geringer werden.

2.21 Im Zuge der noch stärker wachsenden Zahl von Pkw, auch ruhendem Verkehr im Umfeld von Schule und Kindergarten, ist mit einer stärkeren Gefährdung der Schul- und Kindergartenkinder zu rechnen. Um die Gefahr zu verringern, sollte das gesamte Gebiet Am Erdbeerstein – Rossertstraße – Am Hohlberg als Spielstraße mit klar ausgewiesenen Parkflächen ausgewiesen werden.

2.22 Die Doppelhäuser, die an der Wiesbadener Straße auf dem Gelände der derzeitigen Kleingärten geplant sind, werden durch eine 2 m hohe Schallschutzwand entlang der Bundesstraße eingegrenzt. In den Neubauten wird eine Zwangsbe- und -entlüftung notwendig sein. Eine derartige Bebauung ist für einen Luftkurort, in dem genügend freie Bauflächen vorhanden sind, unwürdig. Die Planungen sind zu verändern, die Grundstücke anders anzuordnen.

2.23 Im Gutachten wird über die Häuser an der Wiesbadener Straße geschrieben, dass diese eine besondere städtebauliche Betonung erfahren und keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umgebung haben. Dies ist näher zu erläutern, denn die Häuser unterscheiden sich massiv von der Umgebungsbebauung.

2.24 In der Begründung zur Planung ist von Einfamilienhäusern die Rede, die sich in der Kubatur dem umgebenden Bestand anpassen. Diese Vorgabe ist mit dieser Planung nicht erfüllt. Die Kubaturen der neuen Häuser sind an die der direkt angrenzenden Häuser (Am Erdbeerstein/In der Braubach) anzupassen.

2.25 In der Begründung zum Vorentwurf des Bebauungsplans ist von gemeinschaftlichen Stellplätzen die Rede, die nördlich der verkehrsberuhigten Bereiche entstehen sollen. Diese sind in der Planung nicht zu erkennen. Wo sollen diese Stellplätze entstehen?

2.26 Der Verkehr wir weiter zunehmen und die täglichen Staus z.B. am ohnehin schon überlasteten Königsteiner Kreisel werden noch länger als bisher.

2.27 Das Ausmaß der Versiegelung der Bodenflächen ist zu bewerten.

2.28 Das Maß der baulichen Nutzung gegenüber der Nachbarschaft ist weit überschritten und es ist eine Dachform geplant, die im krassen Widerspruch zur Umgebung steht. Außerdem ergibt sich ein städtebaulicher Missstand mit unterschiedlichen und sich widersprechenden Bauformen (Doppelhäuser, Einzelhäuser, unterschiedlich große Mehrfamilienhäuser). Zur Begründung des Entwurfes ist ein städtebauliches Sachverständigengutachten einzuholen.

2.29 Wir fordern daher die Entwicklung eines Gestaltungskonzeptes, das u.a. auch eine Anpassung an die umgebende Bebauung, z.B. auch bei Dachform, vorsieht.

2.30 Königstein ist in weiten Teilen mit sehr hochwertigen Häusern bebaut. Heutzutage sollte es – gerade in Königstein – selbstverständlich sein, dass die Häuser den Niedrigenergie- oder Passivhaus-Standard erfüllen. Das würde auch die Einhaltung von Lärmschutzmaßnahmen erleichtern (z.B. sind höher wärmegedämmte Fenster auch automatisch schallschützender als einfachere Fenster).

2.31 Eine Wohnanlage mit dieser Anzahl an Gebäuden eignet sich hervorragend um mit einem Blockheizkraftwerk kostengünstig und energieeffizient beheizt zu werden. Im alten Plan mit te gut war sogar davon die Rede, die Häuser mit der Abwärme der Kühlanlage des Supermarktes zu heizen. Wir fordern eine Kalkulation dieser Möglichkeiten.

2.32 Höheres Verkehrsaufkommen in den Straßen Am Erdbeerstein, Rossertstraße, Am Hohlberg und damit höhere Gefährdung der Kinder. Deshalb muss durch geeignete Maßnahmen diese Gefährdung gesenkt werden: z.B. Spielstraße und entsprechende Verschwenkungen der Fahrbahn oder Bodenwellen.

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DIREKTE ANLIEGER

2.33 Die gemäß hessischer Bauordnung gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände der Bebauung zu den direkten Anliegern werden nicht eingehalten.

2.34 Geplante Photovoltaikanlagen und vorhandene Solaranlagen: Die Höhe der neuen Bebauung wird durch ihren Schattenwurf auf mehrere Häuser den Ertrag solcher Anlagen verringern. Somit kommt es zu einer Ungleichbehandlung von den Interessen der direkten Anwohner gegenüber den Interessen der neu Hinzuziehenden.

2.35 Die Höhe der neuen Bebauung wird durch ihren Schattenwurf auf mehrere Häuser deren Heizkosten erhöhen, da weniger Sonnenlicht auf deren Grundstücke fällt. Die Gebäudehöhen sind deshalb zu verringern.

2.36 Die umliegenden Häuser am alten Sportplatz haben meist nur ein Vollgeschoß plus Dach. Die neuen Häuser werden zwei Vollgeschosse mit Staffelgeschoß haben, also optisch wie drei Geschosse wirken. Das ist anderthalb Geschosse höher, als die meisten umliegenden Häuser. Die Bebauung ist an die umliegende Bebauung anzupassen, d.h. maximal 1,5 Vollgeschosse.

2.37 Parkplatzprobleme. Der Erdbeerstein ist bisweilen auf beiden Seiten komplett zugeparkt. Schon jetzt behindert der ruhende Verkehr den Verkehrsfluss. Die Parkflächen, die durch Grundstückszufahrten und/oder Stellplatzzufahrten auf den neuen Grundstücken und die Einmündungen der geplanten Straßen entfallen und damit für den alten Bestand nicht mehr zur Verfügung stehen, sind als neue zusätzliche Parkflächen auf dem Bebauungsplan vorzusehen bzw. auszuweisen.

2.38 Es sind die rechnerisch nach Bebauungsplan durchschnittlichen drei Stellplätze pro Haus nicht erkennbar. Diese sind im Bebauungsplan klar darzustellen.

2.39 Die vorhandenen Kleingärten werden nun bebaut. Wir wollten einen Kleingarten mieten, das ist nun nicht mehr möglich. Wird die Stadt Ersatzflächen in Schneidhain zur Verfügung stellen, um unsere Lebensqualität zu erhalten? Falls nein, beantragen wir, dass die Kleingärten erhalten bleiben! Wir sehen nicht ein, unsere Lebensqualität einem Investorengewinn zu opfern!

2.40 Am Supermarkt soll eine 4,5 m hohe Lärmschutzwand entstehen. Diese Wand verringert die Lebensqualität der direkten Anwohner erheblich. Es sind andere Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen.

2.41 Welche konkreten Maßnahmen erfolgen zur Einhaltung der DIN 18005 Schallschutz im Städtebau?

2.42 Wie werden die direkten Anlieger der ersten Baureihe in der Nachbarschaft der Kunden-Parkplätze bei ergänzenden passiven Schallschutzmaßnahmen unterstützt?

2.43 Der derzeitige Sportplatz stört die meisten direkten Anlieger nicht, ebenso der Spielplatz und die Rollschuhbahn. Als diese Anlieger hierher zogen, waren diese bereits vorhanden und sie wussten, was sie da „erwartet“. Nur das Kleinspielfeld wurde nachträglich errichtet und das ist auch der Grund für Beschwerden über Lärm, nicht jedoch der Spielplatz und die Rollschuhbahn! Die Stadt geht von Annahmen aus, die von den direkten Anwohnern nicht geteilt werden (dürfen!). Im Übrigen kann mit kostengünstigen Maßnahmen (Austausch der Begrenzungsplatten aus Holz durch gemauerte Begrenzungen) die Lärmbelastung durch das Kleinspielfeld deutlich verringert werden. Wir fordern diese Variante in die Alternativplanung mit aufzunehmen.

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SPIELPLATZ

2.44 Gemäß § 8 HBO ist ein Bauherr bei Errichtung von mehr als drei Wohnungen zur Errichtung eines Spielplatzes auf dem Baugrundstück verpflichtet. Der bisher vorhandene Spielplatz fällt gemäß vorliegender Planung komplett weg. Damit liegt ein Verstoß gegen § 8 HBO vor.

2.45 Spielplatz und Rollschuhbahn werden nach vorliegenden Plänen ersatzlos gestrichen. Über eine Verlegung vor die Heinrich-Dorn-Halle wurde zwar gesprochen, es gibt jedoch keinerlei verbindliche schriftliche Planungen. Diese sollen mit in das Vorhaben aufgenommen und ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

2.46 Es ist nicht ersichtlich, ob die Flächen, die aktuell zum Spielen zur Verfügung stehen, inklusive der Nebenflächen, wie z.B. Zuwegung (Abstellmöglichkeit der Fahrräder, Kinderwägen etc.), oder Böschungen (Versteckmöglichkeiten, Platz für kreatives freies Spielen), etc., korrekt berechnet wurden und entsprechend korrekt in den Gesprächsunterlagen für die Berechnung der Spielflächen vor der Heinrich-Dorn-Halle aufgenommen wurden. Ein Erhalt des Spielplatzes in der aktuellen Größe (mit allen Nebenflächen!) auf dem Gelände der Heinrich-Dorn-Halle ist schlicht nicht möglich. Wir fordern die Stadt hiermit auf, hier zuzugeben, dass die Verlegung der Spielflächen vor die Heinrich-Dorn-Halle eine wesentliche Verkleinerung derselben mit sich zieht, mithin einen Verlust an Lebensqualität für die kleinsten und schwächsten Mitglieder unserer Gemeinschaft, der Kinder, darstellt.

2.47 Die Verlegung der Spielfläche vor die Heinrich-Dorn-Halle ist abzulehnen. Das Spielareal wird extrem (um ca. 1/3) verkleinert und die Kinder müssen sich das Areal mit parkenden Kfz, der Kerb und anderen Veranstaltungen teilen, bzw. diese Veranstaltungen werden in Zukunft eventuell sogar unmöglich. Dadurch wird das rege soziale Leben im Stadtteil erheblich beeinträchtigt. Der Stadtteil wird familienfeindlich.

2.48 Wo wird der Wert des Grundstücks vor der Heinrich-Dorn-Halle in Ansatz gebracht? Wird der Investor der Stadt diesen Flächenwegfall vergüten?

2.49 Es gibt einen Grundsatzbeschluss der Stadt Königstein, dass Grundstücke eine Mindestgröße von 300 qm haben sollen. Dieser Grundsatz wird hier verletzt. Wir fordern dessen Einhaltung.

2.50 Die Planung ist kinderfeindlich. Die neu hinzuziehenden Familien finden viel zu kleine Grundstücke vor, die bereits im Stadtteil lebenden Kinder werden ihrer großzügigen Spielmöglichkeiten beraubt. Kleinspielfeld, Spielplatz und Rollschuhbahn sind daher am angestammten Ort zu belassen.

2.51 Die heutzutage übliche und moderne Kombination von Spielmöglichkeiten für jüngere und ältere Kinder an einem Standort (siehe z.B. auch Bad Soden) wird zerstört. So wird es nicht mehr möglich sein, Geschwisterkinder zu betreuen, da der Spielplatz für kleinere Kinder an der Heinrich-Dorn-Halle sein soll und das Kleinspielfeld für die älteren Kinder (die auch noch gerne Rollschuhlaufen oder spielen) am neuen Fußballplatzgelände.

2.52 Es ist nicht zumutbar, die älteren Kinder zum Fußballspielen hinter ein Werksgelände, direkt an den Waldrand, auf einen unbeaufsichtigten Platz zu schicken. Aktuell ist der Bolzplatz gut beaufsichtigt durch die Nachbarschaft. Gerade in jüngster Zeit gab es wiederholt Meldungen, dass Kinder belästigt worden sind.

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3 Bebauungsplan S 13 „Sportplatz Schneidhain“

3.1 Es fehlt die Beachtung des Schallschutzes der Wohnhäuser Am Rodenberg – Kohlweg gegenüber dem neuen Sportplatz. Es ist ein Schallschutzgutachten auch für den neuen Sportplatz durchzuführen.

3.2 Das Sportabzeichen und die Bundesjugendspiele sind auf dem neuen Sportplatz nicht mehr durchführbar.

3.3 Wie soll Dauerlauf geprüft werden? Wie soll z.B. Schleuderball-Weitwurf geprüft werden? Es ist auch keine Sprunggrube geplant.

3.4 Gemäß DIN 18035 für Sportstättenbau ist für eine Laufbahn mit einer 100 m-Länge eine Gesamtlänge von 130 m vorgesehen: 3 m Startraum, 110 m Laufstrecke, 17 m Auslauf. Wo soll eine derartige Bahn auf dem Gelände untergebracht werden?

3.5 Gemäß DIN 18035 beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Länge für eine Weitsprungbahn 53 m: 45 m Anlaufstrecke, 8 m Grubenlänge. Wo soll eine derartige Sprunggrube auf dem Gelände eingerichtet werden?

3.6 Wie sehen die Kostenkalkulationen für den Unterhalt des Kunstrasenplatzes aus? Nach ca. 10-15 Jahren muss der Platz ausgetauscht werden. Auch diese Kosten sind zu kalkulieren.

3.7 Es ist nachzuweisen, dass die Unterhaltskosten und die Sanierungskosten über einen zu erwartenden Zeitraum von 30 Jahren für einen Kunstrasenplatz geringer ausfallen als für einen reinen Rasenplatz. Es ist nachzuweisen, dass der Kunstrasenplatz entsprechend ausgelastet sein wird, dass sich diese Kosten auch tatsächlich rechnen werden. Es gibt nach unserem Kenntnisstand einschlägige Software, die das berechnen kann, inklusive der Nutzungszeiten.

3.8 Wie hoch werden die prognostizierten jährlichen Kosten für die Stadt Königstein sein, und zwar Pflege und Abschreibung und Rücklage zusammen? Diese Kosten sind der Stadtverordnetenversammlung zur Prüfung vorzulegen. Die Stadtverordneten sollen prüfen, ob die Stadt diese Mehrkosten wirtschaftlich tragen kann und will.

3.9 Welche Kosten sind für den Bau des Vereinsheims veranschlagt worden? Finanziert der Steuerzahler hier einem privaten Sportverein das Vereinsheim?

3.10 Ebenso wie für die neuen Häuser auf dem alten Sportplatzgelände den Niedrigenergie- oder Passivhaus-Standard erfüllen sollen, gilt diese Forderung auch für das Vereinsheim.

3.11 Das Vereinsheim ist offensichtlich Teil der Kalkulation und dessen Baukosten gehen somit der Stadt als direkte Einnahme verloren. Der Sportverein soll, wie andere Vereine in Königstein auch, das Vereinsheim auf eigene Kosten und/oder mit Eigenleistung errichten. Die eingesparten Kosten sollen für die Fertigstellung der inneren Renovierung der Heinrich-Dorn-Halle verwendet werden.

3.12 Es fehlt eine verbindliche Zusage des Sportvereins SG Blau-Weiß Schneidhain über eine angemessene Beteiligung an den Baukosten für das neue Vereinsheim. Wenn der Verein sich in geringerem Maße an den Baukosten beteiligt als andere Königsteiner Vereine (siehe Sportplatz am Kreisel) erfolgt hier eine Ungleichbehandlung zugunsten eines Vereins.

3.13 Es ist keine Ausweisung konkreter Parkflächen erfolgt. Es gibt klare Vorgaben zur Bereithaltung von Parkflächen für den Sportplatzbetrieb und das Vereinsheim. Diese sind in der Planung einzuhalten und in diese aufzunehmen.

3.14 Unabhängig der Vorgaben zur Bereithaltung von Parkflächen für den Sportplatzbetrieb soll nachgewiesen werden, dass auch zusätzliche Besucherparkplätze für auswärtige Spieler (bei Qualifikations- oder Freundschaftsspielen) in ausreichender Zahl vorhanden sind.

3.15 Der Platz enthält keinerlei Vorrichtungen dafür, um Schulsport im Freien abzuhalten. Somit ist diese Planung kinderfeindlich und muss angepasst werden.

3.16 Die Planung enthält keine der vom Ortsbeirat geforderten Mindestausstattungen, als da wären: 100 m Bahn, Rundlaufbahn, Sprunggrube, Kugelstoßbahn. Leichtathletik wird auf der Planfläche nicht in dem Umfang möglich sein, in dem sie bisher betrieben werden kann. Die Planung ist an den Bedarf des Schulsports und der Leichtathleten anzupassen.

3.17 Die Verlegung des Kleinspielfeldes an den Ortsrand erzeugt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Kinder, da diese, im Gegensatz zum jetzigen Standort, dort nicht mehr alleine spielen können. Das Kleinspielfeld ist in der Nähe des jetzigen Spielgeländes zu belassen. Eine kinderfreundliche Planung erhält Kleinspielfeld, Bolzplatz, Spielplatz und Rollschuhbahn am jetzigen Standort.

3.18 Wir fordern für die Anwohner des neu zu errichtenden Sportplatzes die Einhaltung der Immissionsrichtwerte für reine Wohngebiete nach §2 der 18. BImSchVO, bzw. der DIN 18005 u. TA Lärm.

3.19 Wir fordern vor Errichtung des Sportplatzes im Zuge des Bebauungsplanverfahrens die Ermittlung der Geräuschemissionen durch Prognose nach Anhang 2 der 18. BImSchVO. Bei Überschreitung der Werte sind geeignete Lärmschutzmaßnahmen zum Schutz der Anlieger zu treffen.

3.20 Wir fordern schriftlich festgelegte Ruhezeiten für den Betrieb des Sportplatzes, zumal im angrenzenden Wohngebiet Am Rodenberg – Kohlweg zahlreiche Kleinkinder wohnen. Ruhezeiten zwischen 13.00 Uhr und 15.00 sowie nach 20.00 Uhr und an den Wochenenden sind einzuhalten, da sonst der Lärmschutz nicht gewährleistet ist.

3.21 Die Planung enthält keine Angaben zur Positionierung einer Flutlichtanlage für das Fußballfeld. Wir fordern die Einzeichnung der Lampenmasten, damit der Schutz der Anwohner Am Rodenberg – Kohlweg vor Lichteinfall durch das Flutlicht gewährleistet wird. Wann wird das hierzu in der Begründung zum Vorentwurf für Bebauungsplan S 13 genannte gesonderte Verfahren stattfinden?

3.22 Eine Prüfung der Topographie des neuen Sportplatzgeländes hat noch nicht stattgefunden. Sie ist wesentlich für die mögliche Positionierung der Leichtathletikanlagen. Diese ist vorzunehmen.

3.23 Das Niederschlagswasser vom neuen Sportplatz soll in die Braubach abgeleitet werden. Das halten wir aus Sicht des Umweltschutzes für bedenklich, denn das Wasser enthält Rückstände aus dem Kunstrasen und muss gesondert gereinigt werden, bevor es in den Bach eingeleitet werden kann. Welche Vorkehrungen zur Regenwasserreinigung sind vorgesehen? Zudem liegt der neue Sportplatz in einem Trinkwasserschutzgebiet. Auch das ist zu berücksichtigen.

3.24 Der geplante Fußballplatz ist zu weit von der Schule entfernt. Eine Einzelstunde Sport wäre nicht mehr sinnvoll durchführbar.

3.25 Momentan ist die Beaufsichtigung mehrerer spielender Kinder unterschiedlicher Altersgruppen mit nur einer einzigen Person möglich. In Zukunft können entweder die älteren Kinder auf dem neuen Kleinspielfeld nicht mehr beaufsichtigt werden oder deren jüngere Geschwisterkinder können dann, während die älteren spielen, selbst nicht mehr spielen, da es für sie keinen Spielplatz neben dem Kleinspielfeld mehr gibt. Wir fordern daher einen kleinen zusätzlichen Spielplatz am neuen Sportplatz, um die Beeinträchtigung der kleineren Kinder durch den Umzug an den neuen Ort in Grenzen zu halten.

3.26 Laut der Begründung zum Bebauungsplan fällt das Gelände ca. 9 m ab. Das heißt, dass im einen Teil ca. vier Meter abgetragen werden müssen und im anderen Teil ca. fünf Meter aufgeschüttet werden müssen. Momentan ist die Wiese ein schöner Anblick. Wie müssen wir uns fünf Meter Gabionenwände, ein Versatz und weitere vier Meter Gabionenwände mit einem Baukörper von 600 m² Grundfläche und einer Höhe von ca. 9-12 m (Erdgeschoss, ein weiteres Vollgeschoß, Dachgeschoß) aus Sicht vom Schneidhainer Friedhof oder für vorbeikommende Wanderer z.B. vorstellen?

3.27 Wird es einen Zu- oder Ausgang vom/zum Rundwanderweg bzw. der Wohngebiete südlich-östlich des neuen Sportplatzes geben, oder müssen die Kinder entlang der Wiesbadener Straße laufen und sich damit höherer Verkehrsgefahren aussetzen? Wir fordern einen separaten Zugang vom Rundwanderweg bzw. wenigstens einen grundsätzlichen zusätzlichen Ausgang (z.B. Drehkarussell) vom Sportplatz. Alternativ wäre auch eine Verkehrsverbindung zwischen Zufahrt zum Sportplatz und Rundwanderweg denkbar.

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4 Allgemeine Einwendungen, Natur und Umweltschutz

4.1 Größere Verkehrsgefährdung der Schulkinder. Am Ende der Straße Am Braubach werden Parkplätze entstehen. Die Schulkinder müssen dazwischen durch. Der Schulweg der Kinder ist von den geplanten Parkflächen durch Zaun oder andere Abgrenzungen zu schützen.

4.2 Der Ablaufplan, d.h. zuerst Bau des neuen Sportplatzes, dann Bau des neuen Spielgeländes und zuletzt Bebauung des alten Sportplatzes, ist schriftlich in der Planung zu fixieren.

4.3 Gemäß der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie sind Verrohrungen von Fließgewässern mit einer Zerstörung der Gewässerstrukturen und Lebensräume gleichzusetzen und bilden zudem Hindernisse für die Wanderung vieler Gewässerorganismen. Die Braubach ist somit wieder herzustellen und die Verrohrung im Sportplatz-Abschnitt ist zu entfernen, damit der Bach wieder oberirdisch verläuft.

4.4 Es fehlt ein Hinweis auf Lebewesen, die durch die erneute Verrohrung der Braubach eingeschränkt, behindert oder sonst irgendwie beeinträchtigt werden. Zu vergleichen ist das je Tierart mit dem optimalen Zustand (oberirdischer Verlauf der Braubach). Hinter dem Kindergarten gibt es z.B. eine Population von Feuersalamandern. Es ist zu prüfen, inwieweit diese durch die Umlegung der Braubach gefährdet werden könnten, da diese wahrscheinlich die Rohre des Baches als Wanderweg benutzen. Feuersalamander stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere.

4.5 Wenn die Berechnungen ergeben sollten, dass die aktuellen Kanalquerschnitte auch bei einer Bebauung von neuem und alten Sportplatzgelände ausreichend sein sollten, so soll trotzdem nachgewiesen werden, ob diese auch in der Zukunft noch ausreichen, wenn die Starkregenereignisse wie erwartet, weiter zunehmen, wie in der Vergangenheit bereits passiert. Immerhin hat sich die Bebauung Schneidhains in den letzten fünf Jahren nicht derart verdichtet, als dass damit die in den letzten zehn Jahren neu aufgetretenen Kellerüberflutungen erklärt werden können.
Wie gedenkt die Stadt mit allen Anliegern in Schneidhain zu verfahren bzw. diese zu entschädigen, die durch diese Starkregenfälle und die dann nicht ausreichenden Kanalquerschnitte in Zukunft mit Überflutungen zu kämpfen haben werden?

4.6 Durch die Bebauung des alten und neuen Sportplatzes wird sich das Kleinklima verändern. Wir fordern ein Gutachten eines mit Kleinklimata erfahrenen Meteorologen. Wir fordern eine Be-standsaufnahme für den derzeitigen Bestand und eine Prognose für die zu erwartenden Veränderungen.

4.7 Die Bauarbeiten werden die Straßen stark belasten, wenn nicht sogar zerstören. Wir lehnen vorsorglich eine Kostenbeteiligung der direkten Anlieger bzw. der Stadt (unsere Steuergelder!) für die Erneuerung der Straßen ab. Welche Kosten sind für die Reparatur der Straßen nach Ende der Bauzeit in die Kalkulation eingerechnet worden? Es ist nachzuweisen, dass diese Berechnung den tatsächlichen Ausgaben entspricht. Es ist außerdem nachzuweisen, dass Erhöhungen dieser Kosten nicht zu Lasten der Anlieger/Bürger/Stadt gehen werden.

4.8 Feuerwehr und Müllabfuhr: Es fehlen die Stellungnahmen bzw. Einarbeitung derselben in die Bebauungspläne.

4.9 Wir fordern für die Anlieger der Straßen, die mit erhöhtem Verkehrsaufkommen durch Wohnbebauung, Supermarkt, neuen Sportplatz zu rechnen haben, zumindest einfachste Schallschutzmaßnahmen: Reduzierung der Geschwindigkeiten auf Schrittgeschwindigkeit (Anliegerstraßen) und Tempo 30 km/h (auf der B455) und Flüsterasphalt; z.B. für die Straßen: Rossertstraße, Am Erdbeerstein, In der Braubach, Am Hohlberg, Wiesbadener Straße (B455).

4.10 Höheres Verkehrsaufkommen auf der B455 und damit höhere Gefährdung aller Fußgänger: Auch hier sollte Tempo 30 km/h und begleitende Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Einhaltung der Geschwindigkeit eingeführt bzw. durchgesetzt werden.

4.11 Wir halten es für unlogisch, dass neue Häuser wegen eines ebenfalls neuen Supermarktes mit besonderen Schallschutzmaßnahmen ausgerüstet werden müssen. Stattdessen sollten andere Maßnahmen ergriffen werden: z.B. größere Abstände zum Markt, Grünstreifen etc.

4.12 Die Bilanzierung des gesamten Bauvorhabens (beide Bebauungspläne) mit Biotopwertpunkten ist in sich nicht logisch nachvollziehbar dargestellt. Wir fordern eine bessere Darstellung, damit wir das verstehen und gegebenenfalls Einwendungen dagegen vorbringen können.

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5 Weitere Ausführungen zur geforderten Alternativplanung

5.1 Es muss vor Baubeginn zweifelsfrei festgestellt werden, dass sich ein Supermarktbetreiber für mindestens fünf Jahre findet.

5.2 Es muss vor Baubeginn zweifelsfrei festgestellt werden, ob sich ein solcher Markt tatsächlich rechnet. Es wird daher eine Bedarfserhebung gefordert. Das wird angezweifelt, denn wenn er sich rechnen würde, würde Michas Lädchen seit Jahren nicht am Bankrott vorbeischrammen. Die Preise können nicht das ausschlaggebende Moment sein, da z.B. in der Limburger Straße ein Edeka angesiedelt werden soll, dessen Preisniveau ungefähr dem von Michas Lädchen entspricht.

5.3 Die Alternativplanung muss den Erhalt der Spielflächen am alten Ort beinhalten.

5.4 Die Alternativplanung muss prüfen, ob nicht der Sportplatz, eventuell als Rasenplatz, verkleinert und/oder gedreht am alten Ort erhalten werden kann. Die Baukosten könnten durch den Ver-kauf/die Bebauung der Kleingartenflächen und des Streifens, der für den Supermarkt vorgesehen ist, erwirtschaftet werden. Ausgleichsflächen für die Kleingärtner sind vorzusehen.

5.5 Die Alternativplanung kann einen gewissen Betrag vorsehen, um das Vereinsheim zur Seite oder nach vorne hin zu erweitern (auf ungefähre doppelte Größe). Der Weg zur Heinrich-Dorn-Halle ist wesentlich kleiner, als die Strecke, die Fußballer im Training laufen, so dass es kein Problem sein sollte, dort zu duschen. Das renovierte Vereinsheim benötigt daher keine Duschen bzw. Umkleiden. Es sollten jedoch abschließbare Spinde für die Spieler vorgesehen werden. Des Weiteren wären wohl folgende Sanierungsmaßnahmen notwendig: Heizung, Fenster, Türen, Dämmung, eventuell Dach und Dachdämmung. Der Innenausbau und eine eventuell gewünschte neue Kücheneinrichtung (oder die Kosten dafür) könnte vom Verein selbst übernommen werden.

5.6 Die Alternativplanung muss die Führung der Braubach in oberirdischer Weise beinhalten. Dies würde auch die Lebensqualität in Schneidhain erhöhen.

5.7 Wenn der Sportplatz gedreht/verkleinert am alten Ort bleiben kann, ergibt sich eventuell die Möglichkeit, im vorderen Bereich, wo momentan der Supermarkt geplant ist, Wohnbebauung mit Mehrfamilienhäusern (ähnlich denen in der Braubach) zu errichten. Vor jeder Wohnung – nach Süden – könnte als Schallschutz zur B455 ein verglaster Balkon/Wintergarten fungieren. Bäder, Küche und Abstellräume zeigen nach Norden, zum Sportplatz.

5.8 Es ist mit entsprechenden Gesetzesstellen oder Vorschriften nachzuweisen, warum der Sportplatz nicht gedreht/modernisiert etc. am alten Ort werden darf/kann. Dieser Nachweis fehlt bislang.

5.9 Wir legen Einspruch dagegen ein, sollte sich kein Supermarktbetreiber finden, dass an der alten Planung festgehalten wird und das Supermarkt-Grundstück auch noch mit Häusern bebaut wird. Das war nicht der Wunsch der Mehrheit, die, um u.a. einen Supermarkt und einen neuen Sportplatz zu bekommen, dieses große Bauvorhaben unterstützt hat. Ändert sich das Ergebnis in einem so wichtigen Teil wie dem Supermarkt, der ursprünglich ausschlaggebend war, darf nicht mehr die Unterstützung der (angeblichen) Mehrheit der Bevölkerung vorausgesetzt werden. Stattdessen ist fairer Weise die komplette Planung zu verwerfen und von neuem zu beginnen.

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