Wohnbebauung.

Wie so ein Haus aussieht.

Die Höhe.

(1) Die Einfamilienhäuser und Doppelhäuser haben eine GRZ = 0,4 und eine GFZ = 0,8
GRZ: Das bedeutet, dass max. 40% der Grundstücksgröße überbaut werden darf. Bei z.B. 300 m² wären das dann 120 m² Grundfläche.
GFZ: Alle Vollgeschosse zusammen dürfen maximal 80 % der Grundstücksgröße erreichen. 80 % / 40 % = 2, das bedeutet, zwei Vollgeschosse sind möglich.

Eine Einliegerwohnung oder ein Zweifamilienhaus ist erlaubt.

Ein Vollgeschoss mit ca. 2,40 – 2,50 m Raumhöhe plus 30 – 40 cm Geschossdecke ergibt ca. 2,70 – 2,90 m Bruttogeschosshöhe.

Das Haus hat einen Keller, zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss:
= 0,40 m + 2,90 m x 2 + 2,90 m = 9, 1 m

Schöpft der Bauherr aber die volle Höhe aus, dann hat er die erlaubten 11,2 m. Dazu kommt dann der Keller = 11,6 m.

Die Einfriedung des alten Sportplatzes hat aktuell eine Höhe von ca. 5,5 m...!

(2) Zu den Mehrfamilienhäusern ist zu sagen, dass sie die gleiche Höhe haben werden, dass aber durch  höhere GRZ (0,6) eine wesentliche größere Wohnfläche entsteht. Durch die ebenfalls höhere GFZ (1,2) ergeben sich auch hier zwei Vollgeschosse (1,2 / 0,6 = 2 bzw. 120 % / 60 % = 2).

Die Größe.

Nach dem Plan geschätzt dürfte ein Mehrfamilienhaus-Grundstück durchschnittlich ca. 1200 m² haben, damit ist das Haus ca. 720 m² groß (Grundfläche), das sind ca. 6 Wohnungen pro Geschoss. Im Dachgeschoss sind es weniger, ca. 4. Damit ergeben sich je (großem) Haus ca. 16 Wohnungen. Mit 1980 m² Gesamtfläche maximal. Davon muß man – nach Auskunft eines Architekten – ca. 25 % für die Wände abziehen, es bleiben also ca. 1485 m² übrig, das sind ca. 90 m² pro Wohnung.

In dem kleinen Mehrfamilienhaus sind es ca. 1/3 der Wohnungen, etwa 5.

Jedes Einfamilienhaus hat überschlagen ungefähr maximal folgende Gesamtfläche:

2 Vollgeschosse: 2 x 120 m² = 240 m²

1 Dachgeschoss: 120 m² x 75 % = 90 m²

1 Kellergeschoss: 120 m²

Summa Summarum: 450 m² - 25 % (Wände) = 337 m²

Attika oder Staffelgeschoss – was das bedeutet.

Das Dachgeschoss ist kein Vollgeschoss mehr, wenn die Grundfläche des Geschosses kleiner als 75 % eines Vollgeschosses ist.

Beispiel: Vollgeschoss = 100 m², Dachgeschoss = 75 m²

Ein Staffelgeschoss macht sich genau das zunutze. Es ist ein Geschoss mit normaler Raumhöhe, kaum Dachschrägen, das wesentlich kleiner als ein Vollgeschoss ist. Damit bleibt auch Platz für eine ordentlich große Dachterrasse. Ein Beispiel, wo man das häufig findet: ein Penthouse. Die Wände des Staffelgeschosses können an einer oder mehreren Seiten von der normalen Hauswand zurückspringen. Eine Seite: Dachterrasse, an allen Seiten: umlaufende Terrasse.

Eine Attika ist eine Fortführung der Hauswand über die Bedachung hinaus, um eben das Dach zu verdecken. Ein typisches Beispiel sind die "Zinnen" an den Giebelwänden in der Frankfurter Altstadt. In Bezug auf ein Staffelgeschoss ist dann die Attika das gemauerte Terrassengeländer.

Quelle für das Bild: http://www.see-ferien.ch/Bilder/Attika_1.JPG

Im Bild ist ein Staffelgeschoß mit umlaufender Attika zu sehen.

Enge oder dichte Bebauung?

Pro dichte Bebauung:

– Je kleiner die Grundstücke, desto günstiger diese. Je kleiner also die Grundstücke sind, desto eher kann sich eine Familie ein Haus leisten.

– Mehr neue Familien/Kinder für Schneidhain.

Pro lockere Bebauung:

– Sieht schöner aus.

– Nur Leute mit entsprechend Geld können sich das leisten. (Mit dem Punkt "mehr Geld" geht bei vielen auch die Vorstellung einher, dass dies dann nur gesittete, angenehme Menschen sind, die dort hinziehen. Dass dies ein Wunschbild ist, sollte jedem klar sein.)

Pro Wohnblöcke/Mehrfamilienhäuser:

– Auch Menschen mit einem geringeren Einkommen können hierher ziehen. Das ist z.B. sehr wichtig für die ganzen Dienstleistungsangestellten, die in Königstein arbeiten (Frisöre/innen, ArtzhelferInnen, GebäudereinigerInnen, VerkäuferInnen usw.)

– Es fördert eine gut gemischte Gemeinschaft mit Menschen aus verschiedenen Einkommensgruppen. Das fördert wiederum den Wohlfühlaspekt einer Wohngegend. Wer das nicht glaubt, sollte sich über die ganzen Wohnghettos in Südamerika und den USA informieren. Trotz Security und Stacheldraht ist das Sicherheitsgefühl in diesen Ghettos nachweislich schlechter als ausserhalb, und zwar unabhängig vom eigenen Geldbeutel.

– Mietwohnungen gibt es in Königstein viel zu wenige, auch Wohnungen zum Kaufen werden sehr gesucht.

Contra:

Jeweils die Argumente der anderen Häuserart benutzen! :-)

Meine Meinung.

Ich plädiere daher definitiv für Mehrfamilienhäuser, damit die soziale Struktur in Königstein verbessert wird bzw. zumindest erhalten bleibt.

Nur Einfamilienhäuser würde letztlich die Struktur einseitig verändern. Eine solche einseitige Veränderung kann langfristig nur negativ sein.

Außerdem wünsche ich mir eine oberirdische Verlegung der Braubach. Das schafft lebenswerten Lebensraum für Jahrzehnte und viele, viele Kinder! Wer träumt nicht von den eigenen Sandburgen, Staudämmen und dem Barfußwaten an den ersten warmen Tagen im Februar bei 15 °C?

[nach oben]