Was es zur Supermarktplanung zu sagen gibt.

Der Parkplatz des Supermarktes ist mit einer Hangbefestigungsmauer versehen. Diese ist hinten 2,5 m hoch, rechts hinten 3,5 m und rechts 4 m hoch.

Der Supermarkt selbst ist 8,5 m hoch, ab Oberkante Erdgeschoss-Rohboden.

Herr Fischer, der die Bebauungspläne entworfen hat, meinte, dass im Gebiet des Supermarktes das Bodenniveau ca. 0,5 m angehoben werden würde, um die gleiche Höhe wie die Wiesbadener Straße zu erreichen. Aus dem Bebauungsplan geht das nicht hervor, dort sind die alten Höhen eingetragen.

Der Fangzaun des Sportplatzes hat ca. 5,5 m Höhe, bezogen auf das Niveau der Straße Am Erdbeerstein.

Daraus folgt, dass der Supermarkt um mindestens 3 m die Höhe der Fangzäune des Sportplatzes überragen dürfte.

Nach unserer Einschätzung sind es eher Höhendifferenzen von ca. 1 m beim Erdbeerstein bis zu ca. 2 m kurz vor den Schrebergärten, bei den Birken; im Schnitt ungefähr 1,5 m.

Legt man diese Einschätzung zugrunde, zieht wieder 0,5 m Bodenanhebung ab, so überragt der Supermarkt den Fangzaun "nur" noch um 2 m.

Nach Bebauungsplan betragen die Höhen über NN:

Rossertstraße:             304,84 m

Privatstraße:                ca. 299,88 m (-3,36 m)

Supermarktparkplatz:  299,66 – 299,93 m (ca. - 0 m)

Wiesbadener Straße:   301,7 m (bei der Supermarkteinfahrt) (+ 1,9 m)

Damit sind die angegebenen Höhen wohl die des tatsächlichen Geländeniveaus des alten Sportplatzes (nicht dem Erdbeerstein). Eventuell liegen die Höhen sogar etwas darunter im unteren Bereich, oben ca. 0,5 m, geschätzt, bis zum Supermarkt mit 1,9 m). Diese 0,5 m entsprechen dann auch fast genau der Sockelhöhe, also dem Erdgeschoßrohfußboden (s.o.), der dann wieder auf Höhe des Erdbeersteins liegt. Chance gibt die Höhen der Häuser am Erdbeerstein mit ca. 7 m an, da sind dann auch die neuen angegebenen Haushöhen deutlich drüber.

Über den Supermarkt, der nicht hinterfragt wird.

Zuanfangs wurde darüber gestritten, ob ein Supermarkt überhaupt nach Schneidhain kommen könnte. tegut war ja bereits einmal abgesprungen (siehe unten, Absatz "Warum tegut abgesprungen sein könnte").

Dann ging es über die Größe. Die einen wollten einen großen mit mindestens 1200 m², weil sich nur dieser rentiert und dann auch kommt, die anderen plädierten für einen kleinen mit ca. 600-900 m², der auch ausreichen würde.

De facto ist der Rewe an der Wiesbadener Straße/Ecke Bischof-Kaller-Straße nur ca. 600 m² groß. Und wird allgemein als zu klein empfunden.

Deshalb wurde für 1200 m² geworben.

Das hat auch einen Grund in den Bebauungsplänen: In einem Mischgebiet mit z.B. 1000 m² Gewerbefläche könnten sich auch 5 kleine Märkte mit je 200 m² ansiedeln. Da hat dann die Stadt keinen Einfluß drauf, ob es dann eine Spielhölle, eine Arztpraxis, ein Blumenladen oder Nachhilfe ist. Wenn die Stadt aber eine Fläche ab 1200 m² als Sondernutzungsfläche ausweist, kann sie festlegen, welcher Art das Gewerbe hier haben soll, hier: Nahversorger-Einzelhandel.

Nach aktuellen Plänen sollen es nun auch 1200 m² Verkaufsfläche werden, jedoch sollen es ein Supermarkt und ein oder zwei Fachmärkte sein – also doch 600 m² und 2 x 300 m²? Oder 900 m² und 300 m²? Angeblich wird es ein Supermarkt, ein Vorvertrag soll schon existieren. Wer es aber ist, das wird (noch) verschwiegen. (Warum? Befürchtet man, dass die Einwohner gerade diesen Markt ablehnen würden? Und der zukünftige Betreiber "wieder" abspringt?)

In Schneidhain gab es in den letzten fünf Jahren einen Blumenladen und einen Kosmetiksalon, beide mit dem Manko fehlender Parkplätze. Aktuell hat der danach eingezogene Tier-Zubehör-Laden auch aufgegeben. Michas Lädchen hatte in dieser Zeit auch keine Parkplätze, hat aber überlebt. Wir schreiben es seiner hohen Flexibiliät und den guten Brötchen zu.

Ich bezweifle daher stark, dass ein Supermarkt in Schneidhain überleben kann, wenn er es nicht schafft, überörtlichen Verkehr anzuziehen. Denn Schneihain ist zu klein, um einen Supermarkt mit ganz anderen Kostendimensionen, als sie z.B. Michas Lädchen hat, zu tragen.

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Braucht Schneidhain einen Supermarkt?

Hier streiten sich die Geister. Der Versuch eine Auflistung von Pro und Contra:

Pro:

– Versorgung in fußläufiger Nähe

– Königstein hat sowieso zuwenig Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel

– An der B455, gut auf dem Weg von oder zur Arbeit einzubauen

– Gewerbesteuereinnahmen

– Attraktivität von Schneidhain wird gesteigert

Contra:

– Wocheneinkäufe werden per Auto erledigt, fußläufig zieht hier nicht mehr. (Das ist übrigens auch der Fehler, der in der Stadtmitte gemacht wurde: Autointensive Läden wie Rewe und Aldi wurden in die Stadt geholt, um angeblich das Gewerbe dort zu stärken. Wer aber geht noch Bummeln, wenn er den Wagen voller Einläufe hat? Und so viel Verkehr dort ist? Und das Seniorenwohnheim wurde an den Kreisel verlagert. Die Senioren, die sich einen solchen Altersruhesitz leisten können, gäben bestimmt viel Geld in der Stadtmitte aus, wenn sie sie zu Fuß erreichen könnten, selbst der Bus ist dann schon zu mühsam...!)

– Bedingt durch die Struktur an Geschäften, Banken, Frisören, Ärzten etc. koppelt jeder sparsame Mensch möglichst viele Besorgungen auf einmal. Vor diesem Hintergrund ist der Rewe neben dem Aldi in der Innenstadt viel attraktiver, als ein anderer "Jotweedee" (janz weit draußen) in Schneidhain. Hat man doch gleich zwei Supermärkte nebeneinander und andere Geschäfte liegen am Auto-Weg.

– Für den kleinen Einkauf genügt Michas Lädchen vollauf. Er liefert sogar nach Hause, was große Supermärkte nicht machen. Außerdem besorgt er auch alles, was man möchte. (Fast alles, eben das, was er beschaffen kann.) Übrigens: Seine Preise gleichen dem eines Edekas, er ist mitnichten zu teuer.

– Es ist schon verwunderlich, dass in den letzten Jahren alle Geschäfte in Schneidhain pleite gingen, nur Michas Lädchen besteht noch, und er überlebt auch nur, weil er viele Kunden aus anderen Stadtteilen und Fischbach hat. Und da soll sich dann ein Supermarkt und/oder ein weiterer Fachmarkt halten können?

– Sollte sich hier die Entwicklung der Vergangenheit wiederholen, haben wir einen leerstehenden Fachmarkt/Supermarkt. Dann zieht vermutlich ein "billigeres" Unternehmen ein, z.B. als Schreckgespenst ein Matratzenfachmarkt oder eine Spielhölle. Dies reduziert die Attraktivität von Schneidhain, dann kommt unser Stadtteil eher herunter, wie herauf. Und Michas Lädchen gibt es dann auch nicht mehr.

– Gewerbesteuereinnahmen gibt es nicht bei jeder Supermarktkette. Solange die Marktleiter auch nur Angestellte (soweit uns bekannt, auch Rewe!) sind, gibt es keine oder zumindet nur sehr kleine Gewerbesteuereinnahmen im Verhältnis. Sind es Selbstständige oder Franchisenehmer (Edeka z.B.), jedoch schon, bzw. gößere. Die Gewerbesteuereinnahmen von Micha gehen verloren.

– Der Supermarkt zieht mehr Verkehr nach Schneidhain. Das ist abhängig vom Gewerbe bzw. vom Supermarkt. Wenn es nur ein zusätzlicher Rewe ist, werden die Leute von außerhalb, die bisher in der Stadtmitte eingekauft haben, nicht unbedingt durch Schneidhain fahren, außer er ist größer. Ist es aber ein tegut oder Edeka, ist es durchaus vorstellbar, dass die Leute, statt über die B8 nach Hofheim zu fahren, einen kleinen Umweg über Schneidhain machen.

– Wenn es ein Rewe wird, könnte es passieren, dass Rewe die Filialen in Fischbach und/oder an der Wiesbadener Straße/Ecke Bischof-Kaller-Straße schließt. Allein schon wegen der besseren Parkplatzsituation würden die Leute dann lieber nach Schneidhain fahren.

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Warum tegut abgesprungen sein könnte.

Hier streiten sich die Geister. Auch wenn man tegut fragt, wird man wohl schwerlich den echten Grund erfahren. Meiner Ansicht nach können hier mehrere Punkte eine Rolle gespielt haben:

– Die starke Ablehung der Schneidhainer auf der Veranstaltung in der Grundschule (das war übrigens keine Bürgerversammlung).

– Eventuell wurde tegut erst nach dieser Veranstaltung über einige weitere Probleme unterrichtet, die weitere Kosten verursachen. Das könnten z.B. sein: Entwässerung/Hebeanlage am neuen Sportplatz, Erschließungskosten, Verlegung der Braubach. Das waren alles Dinge, die erst lange nach dem Absprung von tegut diskutiert wurden. Es ist also durchaus denkbar, dass die Pläne von tegut nur Skizzen waren und eine relativ tragfähige Berechnung des Projekts schlicht noch fehlte. Ein Indiz dafür ist, dass die Planung von tegut sehr viele ökologische (= teure) Gesichtspunkte enthielt, die im neuen Plan komplett fehlen.

– Die B8 wird nun tatsächlich nicht mehr gebaut und ist gestorben. Diese relativ kleine Neuigkeit für uns kann von enormer Bedeutung für einen Supermarkt sein, der darauf spekuliert, über eine B8-Anbindung zusätzliche Kundschaft in absehbarer Zeit zu bekommen.

Wahrscheinlich wird der eigentliche Grund eine Mischung dieser Gründe sein, über die Gewichtung läßt sich nur spekulieren. Ich halte es aber auf jeden Fall zu kurz gegriffen, wenn behauptet wird "wegen euch (die Pro-Schneidhainer sind gemeint) ist tegut abgesprungen". Das ist den Pro Schneidhainern tatsächlich so gesagt worden (von Chance-Leuten).

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Meine Meinung.

Schneidhain braucht meiner Meinung keinen Supermarkt. Siehe die ganzen Contra-Argumente. Auch wenn man das Sortiment von Micha über die letzten Jahre beobachtet und die Preise verglichen hat, weiß man, dass z.B. Frischgemüse und Obst nicht ausreichend genug gekauft wurde, ebenso Schreibwaren. Was geht, ist eine Grundausstattung für's Wochenende (Milch, Käse, Wurst), Konserven und Feinkost, sowie Lebensmittel, die nicht im Supermarkt erhältlich sind (z.B. sehr hochwertiger Whiskey, Wild aus dem Taunus). Ich kann mir daher beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Markt auf Dauer (mehr als fünf Jahre!) überlebensfähig ist. Das zeigt auch den Hick-Hack in den Nachbargemeinden mit ähnlich großen Supermärkten (Steinbach, Kronberg, Stierstadt, Oberhöchstadt etc.)

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